Medien : Die Kritik der Kritik im „Doppelpass“ Hoffenheim-Mäzen Hopp

beim Fußball-Stammtisch

Das mit den „Stargästen“ in Talkshows ist so eine Sache, zumal, wenn es sich um „Doppelpass“, den Fußball-Stammtisch im Deutschen Sport Fernsehen (DSF), handelt. Normalerweise diskutieren Journalisten da Woche für Woche in bierseliger Atmosphäre eher am Rande der nationalen Wahrnehmung. Gestern gab es mit der Krise des FC Bayern München und dem umstrittenen Projekt der Überraschungsmannschaft, Aufsteiger TSG 1899 Hoffenheim, gleich zwei Aufregerthemen und spannende Gäste: TSG-Mäzen und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp sowie Manager Jan Schindelmeiser. Der Anlass: Neu-Erstligist Hoffenheim und Milliardär Hopp müssen sich in Fußballstadien viel Kritik und Beleidigungen anhören. In den vergangenen Wochen hatte sich das zugespitzt. Der Deutsche Fußball Bund (DFB) hat daraufhin mit einer außergewöhnlichen Maßnahme reagiert. Er will Hopp vor Anfeindungen aus der Fankurve schützen und Vorkommnisse sportgerichtlich ahnden. Ein kritischer Meinungsbeitrag zum Thema im Tagesspiegel vom 24. September („Erste Liga, zwei Klassen“) hatte die TSG dazu bewegt, Anfragen dieser Zeitung zu boykottieren. Im DSF-Talk wurde darauf nicht direkt eingegangen. Reporter Martin Quast warf Hopp und dem Verein „Dünnhäutigkeit“ vor. Warum dürften andere nicht ein Problem mit dem Projekt Hoffenheim haben? Müsse Kritik sofort platt gemacht werden? Mit dem Vorwurf des Wettbewerbsvorteils wegen der finanziellen Unterstützung von Hopp habe man keine Probleme, so der TSG-Manager. „Ich habe aber den Eindruck, ich werde als Stellvertreter für die Kommerzialisierung des Fußballs bekämpft. V.I.P.-Logen habe ich nicht erfunden“, sagte Hopp, der zurzeit ein Stadion für die TSG bauen lässt. Nach zwei Stunden „Doppelpass“ kann man Martin Quast nur zustimmen: „Die Meinungen über das Projekt Hoffenheim werden weiterhin gespalten sein.“ meh

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