Medien : Die Mainzelmännchen

Uta-Maria Heim

Auch sie werden älter: Am 1. April 2003 feiern die Mainzelmännchen zusammen mit dem ZDF ihren 40.! Und im Vorfeld dieses runden Geburtstags wird an den sechs knuddeligen Kerlchen nochmals ordentlich gefeilt. Vorbei ist es mit dem fröhlich dahergekrähten „Gu’n Aaamd“ zwar nicht, doch die Mainzelgesellschaft soll sprechen lernen, Mainzelmädchen werden entworfen und ein Hund außerdem. Dem nicht genug: Nach über 40 000 Mainzelmännchen-Pointen wird überlegt, das Kinderprogramm mit den „Mainzels“ in Serie zu erobern.

Für die Fernsehgeneration, die noch mit zwei Programmen aufgewachsen ist, sind Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen eine Art Ur-Teletubbies. Dass sie 40 Jahre lang durchhalten würden, hätte ihr Erfinder Wolf Gerlach damals wohl nicht gedacht. Denn sie waren als dicke, gemütliche Babys des Wirtschaftswunders mit ihrer Zeit eng verhaftet. Während sie mit ihrem Kleinkindhumor zuversichtlich in eine mystische Medienwelt hineinstolperten, bestach ihre minimalistische Schlichtheit, aus der sich bis heute nur schablonenhafte Charaktere herausdestilliert haben. Die Einmaligkeit einer Figur macht sich fest an einem winzigen Detail: Ein roter Haarschopf oder eine Brille reicht, um unverwechselbar zu sein. Jeder hebt sich durch eine winzige Abweichung spontan aus der Gruppe hervor und kann doch jederzeit wieder mit ihr verschmelzen. Im geschlossenen Kosmos der Mainzelmännchen herrschen Geborgenheit und Harmonie, die durch das Ventil fantasievoller Streiche immer wieder austariert werden. So ein Modell funktioniert für die Ewigkeit. Der Motor von Love and Peace. Vielleicht ist es das, was wir uns immer noch wünschen und den Mainzelmännchen zu ihrem Erfolg verholfen hat.

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