Medien : Die Mutter aus „Dallas“

Miss Ellie alias Barbara Bel Geddes gestorben

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Die als Miss Ellie berühmt gewordene „Dallas“Mutter Barbara Bel Geddes ist tot. Die Schauspielerin war die „gute Seele“ des zerstrittenen Ewing-Clans in der amerikanischen Fernsehserie. Geddes starb nach Angaben von Familienangehörigen in ihrem Haus im US-Staat Maine an Lungenkrebs. Sie wurde 82 Jahre alt.

In den 70er Jahren hatte sie in der Rolle der Miss Ellie, der Frau des alten Jock Ewing und Mutter von Fiesling J.R. und dem superbraven Bobby, die „Dallas“Fans für sich eingenommen. Mit nettem Lächeln, guten Ratschlägen und, wenn nötig, mit Stahl in der Stimme versuchte sie die Streitigkeiten um Geld, Macht und Sex in der texanischen Ölfamilie zu schlichten. J.R. ließ auf seine „Mama“ (und Larry Hagman auf die Darstellerin) nichts kommen, was den Sohn von Seitensprüngen und schrägen Deals nicht abhielt. Trotzdem wollte Miss Ellie weiter an das Gute im Menschen und in J.R. glauben. „Dallas“, das war die große Seifenoper.

Nach einem Herzinfarkt musste die langjährige Matriarchin der Southfork-Ranch 1985 kurz pausieren. Donna Reed sprang eine Saison lang ein, aber das Publikum sah in Bel Geddes die wahre Miss Ellie: Sie kehrte nach Southfork zurück. Mit dem Ende von „Dallas“ 1991 verließ Geddes, die auch Autorin und Illustratorin von Kinderbüchern war, das ShowBusiness endgültig.

Vor ihrer berühmten Fernsehrolle stand Geddes mit zahlreichen Hollywoodgrößen vor der Kamera. Ihr Filmdebüt gab sie 1947 an der Seite von Henry Fonda in „Die lange Nacht“, 1958 trat sie mit James Stewart in Hitchcocks „Vertigo“ auf. Die Hatz auf Kommunisten und andere Linke in den USA während der McCarthy-Ära trieb die liberale New Yorkerin zeitweise von Hollywood in ihre Heimatstadt zurück. Am Broadway war die Tochter eines Bühnenbildners in Tennessee Williams’ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ zu sehen. Als „Dallas“-Mutter nahm sie 1980 eine Emmy-Trophäe entgegen. jbh

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