Medien : Die neue Programmflut

Abo-TV: Kabel Deutschland konkurriert mit Premiere

Nicole Huss

Der größte deutsche Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland (KDG) will die Digitalisierung des Bezahlfernsehens mit einer Programmoffensive vorantreiben. Am Montag gab das Unternehmen den Startschuss für die Ausstrahlung von „Kabel Digital Home“, einem digitalen Fernsehpaket mit 30 Abo-Sendern. Es umfasst Programme aus den Bereichen Unterhaltung, Spielfilme, Sport, Doku und Info, Kinder, Musik und Erotik und den Zugriff auf 47 digitale Radiosender. „Kabel Digital Home bietet dem Zuschauer mehr Vielfalt, mehr Unterhaltung, mehr Spaß und mehr Spannung im digitalen Kabelfernsehen", sagte Manuel Cubero, Direktor Kabel-TV bei KDG. Abonnieren können das Paket rund zehn Millionen TV-Haushalte in denjenigen 13 deutschen Bundesländern, wie Berlin und Brandenburg, in denen KDG die Kabelnetze betreibt.

Seit der Markteinführung von zwei digitalen Programmpaketen im Frühjahr hat KDG knapp 150 000 Kunden gewonnen. Von dem neuen Angebot erhofft sich KDG einen Abonnement-Schub, wie ihn derzeit Konkurrent Premiere verzeichnet. Der Abo-Sender, der 28 Programme anbietet, hat inzwischen knapp drei Millionen Kunden. Premiere-Abonnenten zahlen je nach Paket zwischen fünf und 43 Euro im Monat. Bei KDG kostet das Paket mit 30 Programmen bei einjähriger Laufzeit neun Euro im Monat. Zusätzlich benötigen Zuschauer allerdings einen kabeltauglichen Digital-Receiver. KDG-Chef Roland Steindorf will die Zahl der Digital-Nutzer bis Ende 2004 verdoppeln. Schwarze Zahlen soll die Abo-Sparte in vier bis fünf Jahren erreichen.

Medienexperten kritisieren, dass die Vielfalt des neuen Kabelangebots begrenzt ist, da die Sender nur zum Teil neu sind. So werden die im Spielfilm- und Serienpaket angebotenen Programme 13th Street und SciFi bereits über Premiere und andere Kabelnetz-Betreiber verbreitet. Auch die Sender BBC Prime, Wein TV und Fashion TV sind nicht neu in einem deutschen Kabelnetz-Angebot. KDG hat trotzdem noch große Pläne: Ein Konzernsprecher sagte dem Tagesspiegel, das Unternehmen wolle langfristig mehr als hundert Sender in sein Kabelnetz einspeisen. Bessere Chancen räumen Experten aber Premiere ein. Der Sender hat ExklusivVerträge mit allen großen Hollywood-Studios und Sportrechte wie die Fußball-Bundesliga. Zudem hat Premiere im Bereich Erotik mit seinem Programm „Blue Movie“ einen Vorsprung.

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