Medien : Die Online-Werbung stellt sich auf mobile Nutzer ein

Peter Zschunke[dpa]

Die Werbemilliarden im Internet fließen bislang überwiegend in klassische Formen wie Suchmaschinen- und Bannerwerbung. Auf der Kölner Fachmesse dmexco wird am Mittwoch und Donnerstag aber schon die Zukunft sichtbar: Online-Werbung wird mobil und auf bestimmte Orte bezogen: „location based“ nennt das die Branche. Damit kann die Werbung ganz gezielt dort platziert werden, wo sich die gewünschte Zielgruppe gerade aufhält. Das geht am besten auf dem Handy und anderen mobilen Geräten. So entwickelt die Hamburger Agenturgruppe pilot interaktive Werbung für das iPad, die zum Spielen einlädt: Der Tablet-Computer muss geschüttelt werden, um Mosaikfelder zu neuen Motiven zusammenzusetzen, die für das Angebot eines Bekleidungsunternehmens werben.

Ähnlich wie FourSquare in den USA will friendticker.de in Deutschland Werbewirtschaft und Internetnutzer zusammenführen. So können Werbekunden angeben, dass ein Nutzer innerhalb einer bestimmten Zeit mehrere Male an einem Ort „einchecken“ muss, damit er eine Gutschrift oder eine andere Belohnung bekommt, erklärt der Gründer und Geschäftsführer Florian Resatsch. Zurzeit befindet sich die Anwendung mit Apps für iPhone und Android noch in der Testphase, ab Oktober wird es dann ernst, „und bis Jahresende wollen wir 100 größere Partner auf der Plattform haben“.

Ein weiterer wichtiger Trend ist das „Targeting“, also die zielgerichtete Werbung für eine bestimmte Zielgruppe möglichst ohne Streuverluste. „Behavioural Targeting“ nutzt im Wesentlichen das anonymisiert in Cookies hinterlegte Verhalten von Onlinern auf einer Website zur Auslieferung von Werbung.

Daneben gibt es das „Predictive Targeting“, das auf der Hochrechnung verschiedenster Daten beruht, die von Nutzern anonym erhoben werden. „Damit kann man zielgerichtete Werbung wesentlich genauer aussteuern“, sagt Matthias Ehrlich, Vorstand der United Internet Media AG. Peter Zschunke, dpa

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