Medien : Die Rückkehr des „Dirty Harry“

23. Dezember: Harald Schmidt geht in der ARD mit Late-Night auf Sendung

Joachim Huber

Harald Schmidt kehrt ins Fernsehen zurück. Genau ein Jahr nach seinem Abschied vom Bildschirm und von Sat 1 wird der Entertainer wieder auftreten – am 23. Dezember um 23 Uhr in der ARD. Der 47-Jährige wird nach Informationen aus der ARD eine neue regelmäßige Show von 30 Minuten Länge bieten: „Dirty Harry wird eine bissige und niveaugeladene Sendung machen, ein möglicher Titel wäre ,Late Schmidt’“, sagte ein ARD-Hierarch dem Tagesspiegel. Für 2004 seien dann wöchentlich zwei feste Termine geplant, am Mittwoch und am Donnerstag. Die „Süddeutsche Zeitung“ meldet, Schmidt – derzeit auf Weltreise – sei vom ARD-Vorsitzenden, NDR-Intendant Jobst Plog, für das erste Programm gewonnen worden. Klar ist, dass beide erst dann sehr ernsthaft gesprochen und verhandelt haben, nachdem Sat 1 „Anke Late Night“ abgesetzt hatte. Bislang, heißt es in der ARD, seien sich Senderverbund und Schmidt grundsätzlich einig, die wichtigste, die finanzielle Frage, sei geklärt. Nach diesen Angaben sind keine Verträge unterschrieben, wird am Konzept von „Late Schmidt“ noch gearbeitet. Nach den Vorhersagen wird die Sendung viele Zuschauer an die „Harald Schmidt Show“ bei Sat 1 erinnern.

Was bei den Rahmenbedingungen feststeht: Schmidt wird bei der Produktion mit seinem Freund Fred Kogel, dem Vorstandschef von Constantin Film, zusammenarbeiten. Standort der Late-NightSendung wird – wie schon bei der „Harald Schmidt Show“ in Sat 1 – Köln. Im Stadtteil Mülheim steht das frühere SchmidtStudio, aus dem wieder gesendet werden soll. In der ARD geht man davon aus, dass für die neue Sendung bewährte Kräfte wie Schmidts Partner Manuel Andrack wieder rekrutiert werden sollen.

„Late Schmidt“ im Ersten wird eine Gemeinschaftsendung mehrerer ARD-Anstalten sein, die Federführung wird beim WDR in Köln liegen. Dort wirkt Axel Beyer als TV-Unterhaltungschef, mit dem Schmidt bereits vor seinen acht Jahren bei Sat 1 zusammengearbeitet hat, unter anderem beim Format „MAZ ab!“. Beyer gilt als Entdecker von Schmidt.

Was auf den ersten Blick verblüfft: Mittwoch und Donnerstag – Schmidt an zwei Tagen hintereinander und nicht an weiteren Terminen in der Woche. Anders als die Konkurrenzprogramme wird das erste Programm von neun ARD-Sendern bestückt. Da kann weder der ARD-Vorsitzende noch der ARD-Programmdirektor Günter Struve nach eigenem Gutdünken schalten und walten. Nun gelten der Mittwoch und der Donnerstag im Ersten als relative Schwachpunkte, will die ARD seit längerem unter der Woche eine Leiste mit Talk und Artverwandtem einziehen. Was der Montag mit „Beckmann“ und der Dienstag mit „Maischberger“ leisten, wird Harald Schmidt am Mittwoch und am Donnerstag leisten. Da sein neues Format nur 30 Minuten und damit halb so lang wie bei Sat 1 dauert, kann bei großem Erfolg über eine Ausweitung der Harald-SchmidtKampfzone auf weitere ARD-Tage nachgedacht werden.

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