Medien : DIE SAISON

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Stefan Reuter hört auf. Damit hat auch der letzte Spieler der Weltmeistermannschaft von 1990 seine Karriere beendet. Die persönliche Bilanz des 37Jährigen: dreimal Meister mit Borussia Dortmund, Champions-League-Sieger 1997, Europameister 1996 und eben der WM-Titel von 1990. Dazu keine Skandale, keine Kapriolen, keine Memoiren – Stefan Reuter fiel nur durch konstante Leistungen auf.

Flucht

Plötzlich war Jan Simak verschwunden. Nach sechs Spieltagen stand Hannover 96 ohne seinen mal genialen, mal schlampigen Regisseur da. Der Tscheche litt unter Depressionen, eine Woche nach seiner Flucht in die Heimat ließ er sich krankschreiben. Ob Simak jemals wieder Fußball spielen wird, ist ungewiss, zuletzt fiel er nur durch eine Schlägerei in einer Prager Diskothek auf.

F ehleinschätzung

Mit nach außen überschwänglich illustriertem Selbstbewusstsein waren sie beim FC Bayern in die Saison gegangen. Für Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge war es gar „der beste Münchner Kader aller Zeiten“: Am Ende stand das Aus in der Champions League, die Meisterschaft feierte Bremen, und die Amtszeit von Trainer Ottmar Hitzfeld bei den Bayern endete ein Jahr früher als geplant.

R ekordmann

Ailton hat eine stattliche Figur, eine große Klappe und kann vor allem eines: Tore schießen. Der Brasilianer hat 28 Tore für Werder Bremen erzielt und wurde damit klarer Torschützenkönig. Häufiger als Ailton traf zuletzt Karl-Heinz Rummenigge (29) in der Saison 1980/81. Ailton sorgte übrigens noch für einen anderen Rekord: Der Brasilianer lief 92-mal ins Abseits – so häufig wie kein anderer Bundesliga-Profi.

Ausraster I

Willi Reimann galt lange als emotionsresistenter Zeitgenosse. Am 20. März 2004 aber war der 54-jährige Trainer von Eintracht Frankfurt beim Spiel in Dortmund so aufgebracht über eine Gelbe Karte, dass er den vierten Schiedsrichter mit zwei rechten Schwingern an der Seitenlinie vor sich herschubste. Die Strafe für Reimanns Ausraster: 25 000 Euro Geldstrafe und fünf Spiele Innenraumsperre. Er musste die Heimspiele seiner Mannschaft aus einem Container auf der Baustelle Waldstadion verfolgen.

Ausraster II

Bochums Trainer Peter Neururer erklärte es so: „Ein schlecht Deutsch sprechender Iraner fährt einen nicht perfekt Deutsch verstehenden Nigerianer an. Da ergibt ein Wort das andere.“ Was war passiert? Der Iraner, Vahid Hashemian, war in der Halbzeit des Spiels gegen Hansa Rostock mit dem Nigerianer, Sunday Oliseh, aneinander geraten. Dann fiel der Satz: „Wir sind hier nicht in Nigeria.“ Nach dem Spiel musste Hashemian mit einem gebrochenen Nasenbein in die Klinik und Oliseh den Verein verlassen.

Chaos

Die Saison von 1860 München war eine einzige Katastrophe: Zunächst die Verhaftungen von Präsident Karl-Heinz Wildmoser und seinem Sohn, dann die Entlassung von Trainer Falko Götz und schließlich der Abstieg aus der Bundesliga. Nach zehn Jahren ist der Traditionsklub wieder zweitklassig. Dort plant der Verein, im alten Grünwalder Stadion zu spielen. Die Rückkehr an die alte Heimstätte – nur Nostalgie oder Neuanfang?

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