Medien : Die Strahlefrau

Dagmar Reim bleibt RBB-Intendantin, Mitbewerber Griebner scheitert bereits nach Bewerbungsgespräch

Sonja Pohlmann

Dagmar Reim ist am Freitag als Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) bestätigt worden. Im Rundfunkrat erhielt die Senderchefin 24 von 27 abgegebenen Stimmen. Zwei Gremienmitglieder votierten mit Nein, es gab eine Enthaltung. Der zweite Kandidat für die Intendanz, der RBB-Fernsehjournalist Reinhard Griebner, war von der Findungskommission des Gremiums nicht zum Wahlgang eingeladen worden. Reims jetziger Vertrag als RBB-Chefin läuft noch bis 30. April 2008. Am 1. Mai kommenden Jahres startet ihre zweite Amtszeit, die bis 30. April 2013 dauert.

„Ich spüre, dass mir Vertrauen entgegengebracht wird und hoffe, dies weiterhin rechtfertigen zu können“, sagte Reim nach ihrer Wiederwahl. Auf die nächsten fünf Jahre Arbeit für einen „Sender mit Strahlkraft“ freue sie sich. Zugleich gab Reim die Marschrichtung für die Zukunft vor: „Der RBB macht sich jetzt auf ins digitale Zeitalter. Dabei ist die inhaltliche Qualität unserer Sendungen wichtig. Die Menschen müssen uns erkennen können.“ Ein solch klares Profil hätten die sieben Radioprogramme des RBB bereits entwickelt. Das RBB-Fernsehen soll einen entsprechenden Wiedererkennungswert bekommen. Welche Schwerpunkte sie dabei setzen möchte, sagte die Senderchefin nicht.

Ebenso wenig äußerte sie sich zum Scheitern ihres Mitbewerbers um das Intendantenamt. Warum Reinhard Griebner letztendlich abgelehnt wurde, sei eine geheime Angelegenheit des Rundfunkrates, sagte die Ratsvorsitzende Ulrike Liedtke. Am frühen Nachmittag hatte sich der Redakteur aus der Fernsehchefredaktion einer sechsköpfigen Findungskommission zur Vorauswahl gestellt. Nach diesem Bewerbungsgespräch empfahl das Gremium dem Rat, Griebner nicht zur Wahl zuzulassen – für den Kandidaten völlig unverständlich. „Ich kann damit leben, die Wahl zu verlieren. Aber dass ich mich nicht dem ganzen Rat persönlich vorstellen durfte, empfinde ich als undemokratisch“, sagte Griebner. Auch Reims Sieg hätte eine stärkere Strahlkraft, wenn sie im direkten Vergleich mit ihm angetreten wäre. Dennoch wünschte Griebner der RBB-Chefin ein „glückliches Händchen“. Er will sie in „kritischer Solidarität“ begleiten.

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