DIE TOUR im TV : Ungedoptes Internet

Wer dieser Tage die Tour de France sehen will, hat es nicht leicht. ARD, ZDF, Sat1, Pro 7, dann wieder Sat1 – die Sender wechseln fast so häufig, wie die Fahrer ihre Unterhemden.

Pablo Silalahi

Wer dieser Tage die Tour de France sehen will, hat es nicht leicht. ARD, ZDF, Sat1, Pro 7, dann wieder Sat1 – die Sender wechseln fast so häufig, wie die Fahrer ihre Unterhemden. Und wer Eurosport dann nicht „reinbekommt“, schaut eben im Internet vorbei. Immerhin ist es auch für viele Radsportfans ein unverzichtbares Informationsmedium. Da ist es nicht verwunderlich, dass der im Krankenhaus liegende Patrik Sinkewitz über seine Homepage (www.patrik-sinkewitz.com) mit den Fans kommuniziert. „Ich möchte mich bei allen bedanken“, schrieb er zuletzt. Zwar will er sich in den nächsten Tagen genauer äußern, von Reue ist hier bislang aber nichts zu lesen. „Wie, ich?“ reagiert er auch im Web auf die Dopingvorwürfe. Generell fragt man sich im Netz, ob es überhaupt Doping gibt. Auf der offiziellen Tour-Homepage (www.letour.fr) scheint die Welt ebenfalls noch heil zu sein: bunte Grafiken über den Verlauf der Etappe, eine lachende Sonne auf der Wetterkarte und im „Shop“ kann man sich sein eigenes Gelbes Trikot kaufen. Dieses musste sich Michael Rasmussen erst hart erkämpfen. Obwohl böse Zungen das bezweifeln. Wie dem auch sei: Probleme scheint der Däne zur Zeit keine zu haben. Zumindest keine größeren, wenn man seiner Homepage Glauben schenkt. Nur der Ellenbogen bereitet Probleme, schreibt er auf seiner Website. Aber ansonsten: Heile Welt auch bei ihm. Doping? Was ist das? Da kann man nur froh sein, dass es Medien gibt, die vor der Wahrheit nicht zurückschrecken. Wie ARD und ZDF. Die öffentlich-rechtlichen Sender sind aus der Live-Berichterstattung ausgestiegen. Das war konsequent. Oder etwa doch nicht? Im Internet berichtet das ZDF weiter. Live mit ihrem Tour-Ticker. Im Netz ist eben alles anders. Pablo Silalahi

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