Medien : Die Vermittlerin

Deutschlandradio Berlin: Gerda Hollunder nimmt Abschied

Jochen Meissner

„Ein Sender, zwei Programme – bundesweit und werbefrei“, so werben Deutschlandfunk und Deutschlandradio Berlin für sich. Doch in Zukunft werden sich die beiden Programme des nationalen Hörfunks einen Programmdirektor teilen müssen. Denn Gerda Hollunder, Chefin des Deutschlandradios Berlin, nimmt nach zehnjähriger Aufbauarbeit ihren Abschied. Als am 1. Januar 1994 das Programm auf Sendung ging, hatte sie schon eine lange Karriere als Radiomacherin hinter sich. Seit 1969 arbeitete sie beim Bayerischen Rundfunk, dann beim WDR, zuletzt als Leiterin der Programmbereiche Kultur, Hörspiel und Unterhaltung. Im Gegensatz zum saturierten WDR waren die Berliner Herausforderungen gänzlich andere. Aus der Hinterlassenschaft des DDRRundfunks (DS Kultur) und den verbliebenen Mitarbeitern des von den Alliierten beaufsichtigten Rias musste eine einheitliche Mannschaft geformt werden – und zwar mit der staatsvertraglich gedeckelten Anzahl von 710 Mitarbeitern für beide Programme.

Nach zehn Jahren ist die Integration von Ost und West gelungen und ein Programm entstanden, das viele preisgekrönte Hörspiele und Features hervorgebracht hat. Auf das große Hörfunkprojekt „Vor fünfzig Jahren“, das auch als CD-Edition vorliegt, ist Gerda Hollunder besonders stolz. Ebenso wie auf den guten Kontakt zu den Hörern. Deutschlandradio Berlin verfügt über einen weiten Hörerkreis von 8,5 Millionen, der allerdings von der technischen Reichweite begrenzt ist, denn über UKW ist das Programm nur in halb Deutschland zu empfangen.

Nachfolger von Gerda Hollunder wird Günter Müchler, Programmdirektor des Deutschlandfunks, der künftig zwischen Köln und Berlin pendeln wird.

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