Medien : Die Videothek der kurzen Wege

Selbst aktuelle Fernsehserien gibt es inzwischen im Internet. Und die Qualität nimmt weiter zu

Maximilian v. Demandowsky,Kurt Sagatz

Die wichtigste Voraussetzung für das Abrufen von Filmen aus dem Internet ist inzwischen gegeben. Auch in Deutschland sind immer mehr Computer an das schnelle Internet per DSL angeschlossen. Bis Jahresende werden es 14 Millionen Haushalte sein, schätzt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien Bitkom. Auf rund eine Million Filmabrufe monatlich schätzen Experten das Aufkommen, Tendenz stark steigend. Vor allem mit den höheren Übertragungsraten von zwei, sechs oder gar 16 Megabit pro Sekunde sind DSL-Anschlüsse wie geschaffen dafür, Kinoblockbuster in DVD-Qualität entweder am PC oder noch besser auf dem neuen Flachfernseher im Wohnzimmer samt Dolby-Digital-Sound zu genießen. Oder haben Sie gerade die letzte Folge ihrer Lieblingsfernsehserie verpasst? Auch dabei kann das Internet immer häufiger helfen. Wir sagen Ihnen, wo sie die Filme und Serien abrufen können, wie die technischen Voraussetzungen ausehen und was man für den neuen Fernsehkomfort zahlen muss.

MARKTBEREITER T-ONLINE-VISION

Der Abrufdienst T-Online Vision bietet inzwischen 1300 Filme von Hollywood- Klassikern über Serien bis zu Dokumentationen. Seit der Funkausstellung stehen zudem knapp 30 Filme in High-Definition-Auflösung zum Abruf bereit, darunter die Streifen „Fantastic Four“ oder „Carmen“. Die Preise pro Film liegen zwischen 99 Cent und vier Euro, je nach Aktualität. Zum Betrachten werden zwei Übertragungsverfahren eingesetzt. Entweder per Streaming oder per Download (siehe Kasten). Einziger Haken: Das T-Online-Vision-Angebot steht nur DSL-Nutzern zur Verfügung, die auch ihren Internetzugang bei T-Online gebucht haben. Der Grund: die Abrechung erfolgt über die T-Online-Rechung. Online unter vod.t-online.de

VIDEO ON DEMAND BEI ARCOR

Ebenfalls seit längerem aktiv ist Arcor, bei diesem Dienst stehen ebenfalls 1300 Filme bereit. Hier reicht das Angebot von normalen Kinofilmen über Spiegel-TV bis hin zu Dokumentationen von National Geographic, BBC oder Discovery-Channel. Die Preise liegen zwischen 1,49 Euro und 4,50 Euro. Eine Beschränkung des Kundenkreises wie bei T-Online gibt es bei Arcor nicht. Einzige Bedingung: Bankkonto (zur Abrechnung) und Personalausweis sind bei der Anmeldung unbedingt erforderlich. Bei Arcor werden die Filmdaten auf der Festplatte des Nutzers abgelegt, entweder in DSL-1000- oder höherer Qualität. Die Nutzungsdauer der Filme beträgt wie bei T-Online 24 Stunden. Im Internet: www.arcor.de/vod

TV-NEULING MAXDOME

Eine Mischung aus Kinofilmen, TV-Movies und Fernsehserien bietet der Video-on-Demand-Neuling Maxdome, der zur Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe gehört und mit dem Internet-Anbieter 1&1 kooperiert. Die Qualität der Filme reicht vom DSL-1000-Standard bis zur DVD-Qualität mit Dolby-5.1-Sound für Nutzer mit einem DSL-6000-Anschluss. Neben den rund 500 Kinofilmen (mit dabei sind Paramount, Warner, MGM, Sony und Disney sowie Kinowelt und Constantin) werden die virtuellen Regale mit Serien und Comedys aus der Welt von Pro 7 und Sat 1 bestückt, darunter exklusiv „Verliebt in Berlin“, „Stromberg“, „Lost“ und „Desperate Housewives“. Zu sehen ist neben den aktuellen und zurückliegenden Folgen auch immer die nächste Episode, es sei denn, es steht wie am letzten Freitag das Finale von „Verliebt in Berlin“ an. Bei Maxdome gibt es Abos für Movies, Serien oder Comedy (je 9,99 Euro im Monat) und das Premiumangebot für 19,99 Euro. Oder man zahlt eine einmalige Gebühr von 1,49 bis 3,99 Euro und kann den Film oder die Serie dann 24 Stunden so oft ansehen wie gewünscht. Wie auch bei T-Online bietet Maxdome sogenannte Streaming-Boxen an, mit denen die Filme und Serien auch direkt am Fernseher ohne den PC-Umweg angeschaut werden können. Die Adresse: www.maxdome.de

ALTERNATIVE ONE-4-MOVIE

Die Blockbuster-Quote ist bei One-4-Movie eher gering, auch wenn es der Video-on-Demand-Dienst auf insgesamt rund 450 Filme, Dokumentation, Musikvideos und Reisefilme bringt. Die Preise beginnen bei 0,50 Euro für Serien und Dokumentationen und gehen bis zu drei Euro für Filme, es wird aber auch ein Abonnement angeboten, bei dem man für 9,99 Euro im Monat ausgewählte Filme so oft ansehen kann wie man möchte. Zum Abspielen wird derzeit ein Windows-XP-Computer benötigt auf dem als Abspielsoftware der Microsoft Media Player 10 installiert sein muss, Apple-Computer bleiben außen vor. Der DSL-Internet-Zugang muss mindestens 768 Kilobit/Sekunde schnell sein. Im Internet: www.one4movie.de

KAUFVIDEOS BEI IN-2-MOVIES

Seit der Funkaussstellung arbeitet In-2-Movies im Regelbetrieb. Beim Bertelsmann-Ableger handelt es sich anders als bei den übrigen Plattformen um ein Videogeschäft, bei dem die Filme dauerhaft gekauft werden. Die Preise bewegen sich zwischen sieben und 15 Euro. Es stehen rund 800 Filme und eine Reihe von amerikanischen TV-Serien vor allem von Warner, Universum und der Turner-Gruppe bereit. Die Filme können entweder direkt bei In-2-Movies oder über die Kooperationspartner AOL oder den Internet-DVD-Verleiher Amango gekauft werden. Bevorzugtes Abspielgerät von In-2-Movies ist derzeit der Windows-Computer, künftig sollen aber auch TV-Adapter nach dem Viiv-Standard von Intel unterstützt werden. Eine weitere Besonderheit ist das Verfahren zum Herunterladen von Filmen, das nach dem Peer-to-Peer-Prinzip funktioniert. Hat man den Film erst auf den eigenen PC transportiert, stellt man ihn zugleich für andere Nutzer bereit und bekommt dafür sogenannte Movie- Punkte für den verbilligten Einkauf weiterer Filme. Das Kaufportal für Filme unter: www.in2movies.de

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