Medien : „Die Welt fühlt sich hier daheim“

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Als die „Adler von Karthago“ am Pfingstmontag auf dem Frankfurter Flughafen landeten, knipste Rafik Henia eifrig – bis die Digitalkamera versagte. Die Fotos von der tunesischen Nationalmannschaft waren futsch, Henia genervt. Dass ihm seine Kamera im Lauf der WM ein weiteres Mal einen Strich durch die Rechnung machen könnte, besorgt den Mann aus Tunis ein wenig. Schließlich lechzt man in seiner Heimat nach WM-Infos aller Art, das Turnier ist dort „Hauptthema in allen Medien“. Am Beispiel Togo wurden „die ewigen Probleme der afrikanischen Mannschaften“ diskutiert; Kritik gab es an der „mangelnden Vorbereitung“ des tunesischen Teams.

Henia, der für die französischsprachige Internetseite www.tunisie-foot.com von den Spielen berichtet, schreibt seine Texte hauptsächlich nachts im Zug, wenn er von den Spielorten heim nach Braunschweig fährt. Der Tunesier lebt seit zehn Jahren in Deutschland; hauptberuflich arbeitet er am Informatik-Institut der TU Braunschweig. Als „Sportjournalist“ möchte sich Henia erst „seit Beginn der WM 2006“ bezeichnen, auch wenn er zuvor bereits kleine Beiträge schrieb, etwa über den Tunesier Adel Chedli, der beim 1. FC Nürnberg spielt. Bei der WM 1998 in Frankreich war er als Privatperson dabei, „vom Niveau der Mannschaften und der Organisation her“ gefällt ihm das derzeitige Turnier besser. Im übrigen hat Henia den Eindruck, dass sich die Welt in seiner Wahlheimat „zu Hause fühlt“. Von einer Feindlichkeit gegenüber Vertretern islamischer Länder weiß er nichts zu berichten, im Gegenteil: Beim Spiel Tunesien gegen Saudi-Arabien in München sei die „Stimmung fantastisch“ gewesen, „deutsche, tunesische und saudische Fans haben zusammen gefeiert “.katz

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