Die Wochenzeitung "Freitag" wird 25 : Außerhalb des Mainstreams

Die linksliberale Wochenzeitung wurde vor 25 Jahren als „Brücke zwischen Ost und West“ gegründet. Man stelle sich bewusst außerhalb des Mainstreams, sagt Verleger Jakob Augstein zum Jubiläum.

Jakob Augstein, Verleger des "Freitag"
Jakob Augstein, Verleger des "Freitag"Foto: dpa

Jakob Augstein, 48, Verleger und Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“, hat vor Mainstream-Journalismus gewarnt. „Meiner Ansicht nach gewinnt die kritische Berichterstattung zu politischen und wirtschaftlichen Themen jetzt stark an Bedeutung“, erklärte Augstein am Mittwoch anlässlich des 25. Jahrestages der Gründung des „Freitag“. „Je instabiler die politische Situation in Europa, Nordafrika und im asiatischen Raum wird, desto größer ist das Informationsbedürfnis der Menschen.“

Der „Freitag“ stelle sich bewusst außerhalb des Mainstreams. „Wir nehmen für uns in Anspruch, Denkort der Alternativen zu sein“, schreibt der Verleger im Editorial der am Donnerstag erschienenen Jubiläumsausgabe. Eine linke Zeitung zu machen, das sei eine Wanderung auf dem schmalen Grat zwischen Faktizität und Geltung.

Interaktion mit der Leserschaft

Die linksliberale Wochenzeitung wurde vor 25 Jahren als „Brücke zwischen Ost und West“ gegründet. Der „Freitag“ ging nach dem Mauerfall aus der ostdeutschen Kulturzeitung „Sonntag“ und der westdeutschen „Volkszeitung“ hervor. Im Jahr 2008 übernahm Jakob Augstein, der auch Mitgesellschafter des „Spiegel“ ist, das Blatt mit dem Untertitel „Das Meinungsmedium“.

Neben optischen und inhaltlichen Veränderungen wurden vor allem die Online-Aktivitäten mit dem Ziel der gleichberechtigten Verknüpfung von Online- und Printausgabe und stärkerer Interaktion mit der Leserschaft stark ausgeweitet. Neben dem gedruckten „Freitag“ hat sich digitale Community entwickelt, die Bloggern die Möglichkeit bietet, Meinungsbeiträge zur Diskussion zu stellen.

Die wirtschaftliche Situation entwickele sich konstant positiv, so der Verlag. Die Gesamtverkaufsauflage des „Freitag“ habe im zweiten Quartal 2015 wöchentlich 19 500 Exemplare betragen. Das sei ein Plus von 12,5 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Fakt ist aber auch, dass seit der Gründung der Zeitung die Auflage deutlich zurückgegangen ist. 1990 lag sie noch bei rund 50000 Exemplaren. meh

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