Medien : „Die Zuschauer wollen mehr Gemeinschaft“

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Was erwarten die Zuschauer vom Fernsehen der Zukunft?

Die traditionellen elektronischen Medien müssen näher an die Zuschauer heranrücken. Sie dürfen nicht nur wie bisher Tipps geben, sondern müssen ihre Zuschauer in einer Gemeinschaft zusammenschweißen. Ich kann nicht mehr sagen: Guten Abend, so sieht die Welt aus. Die Medien müssen runter von ihrem hohen Ross. Ein Vorbild für das Fernsehen sind Internetportale wie myspace.com: Dort werden Beziehungen hergestellt, Emotionen bedient. Das ist eine neue Art des Umgangs.

Wie muss sich die Rolle des Fernsehens dafür verändern?

Es wird mehr Nähe, mehr Authentizität, mehr Glaubwürdigkeit gefordert sein. Außerdem werden lokale Bezüge wichtiger. Alle klassischen Medien müssen also zunehmend Orientierung beim Nutzer schaffen und Weltbilder entwickeln. Dies können sie aber nur, wenn sie auch im Internet präsent sind, um dort ihre Klientel zu erreichen.

Wie wird dieses neue Fernsehen in zehn Jahren aussehen?

Das Fernsehen wird sich immer stärker in Sparten aufteilen. Große Reichweiten wird Live-TV bringen, vor allem Sport, aber auch so etwas wie die Direktübertragungen aus dem Bundestag. Ansonsten werden Internet und Fernsehen zwangsläufig ineinander fließen. In zehn Jahren wird es die traditionellen Fernsehapparate nicht mehr geben.

Die Fragen stellte Leila Knüppel.

Eike Wenzel ist Trend- und Zukunftsforscher am Zukunftsinstitut

in Kelkheim. In der

Studie „Medialution“

beschäftigt er sich

mit der Zukunft der Massenmedien.

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