Betriebssystem : Windows 7: So sehen die Pläne von Microsoft aus

Wer jetzt noch Windows XP einsetzt, kann Vista ganz überspringen.

Kurt Sagatz

Nun ist also bald Schluss mit der Kritik an Windows Vista. Das liegt weniger daran, dass das aktuelle Betriebssystem von Microsoft plötzlich weniger oft mit nervigen Nachfragen auf sich aufmerksam macht oder der Leistungsbedarf für die Software geringer würde. Vielmehr hat das Unternehmen aus Redmond nun auf einer Entwicklerkonferenz in dieser Woche Details zum Vista-Nachfolger Windows 7 bekannt gegeben. Eine der wichtigsten Neuigkeiten dabei ist der Veröffentlichungstermin: Spätestens Anfang 2010 soll das neue Windows auf den Markt kommen, mit einer Test-Version für das interessierte Publikum ist möglicherweise schon Mitte 2009 zu rechnen. Die Botschaft dafür ist eindeutig: Wer jetzt noch nicht auf Vista umgestiegen ist, kann beruhigt noch ein Jahr warten. Und wer bereits Vista nutzt, macht ebenfalls nichts falsch – denn Windows 7 baut im Kern auf Windows Vista auf. Alle Programme und Geräte, die man für Vista angeschafft hat, laufen somit auch auf einem Computer, den man nach 2010 kauft, ungestört weiter.

UPDATE ODER NEUENTWICKLUNG?

Im Mittelpunkt der Anstrengungen, die Microsoft ins aktuelle Vista-System gesteckt hatte, stand die Sicherheit. Noch konsequenter als bei XP sollte der einzelne Nutzer davor geschützt werden, dass Viren aus dem Internet oder Angriffe von Passwortjägern einen Schaden anrichten. Der Nachteil: Bei jeder Software-Installation und selbst beim Verschieben von Programmeinträgen muss er seither seine Einwilligung geben. Viele Anwender fühlen sich von so viel Schutz gegängelt. Die Herausforderung für Windows 7 besteht nun darin, die nervigen Nachfragen so weit wie möglich zu unterbinden, ohne dabei Abstriche an der Sicherheit zuzulassen. Ein einfaches Update von Vista reicht dafür nicht aus. Das gilt auch für das Versprechen, dass die künftige Windows-Version so sparsam mit den Systemressourcen umgeht, dass man es auch auf den derzeit so beliebten Kleinst-Notebooks – den sogenannten Netbooks – einsetzen kann. Vista war dazu nicht in der Lage, vielmehr musste Microsoft die Laufzeit von XP verlängern.

HÜBSCHE OPTIK, LEICHT ZU BEDIENEN

Obwohl – oder vielleicht auch gerade deshalb – weil sich unter der Haube weniger ändert wird als beim Wechsel von XP zu Vista, wird es signifikante Änderungen sowohl an der Optik als auch am Bedienungskonzept geben. Der Nutzer soll das Aussehen von Windows 7 sehr viel individueller einstellen können. Zur besseren Bedienung wird unter anderem die Taskbar, also die untere Bildschirmleiste, stark verändert. Die Programmsymbole werden vergrößert, häufig genutzte Anwendungen und Dateien sind leichter zu erreichen. Persönliche Favoriten lassen sich in eigenen Bibliotheken zusammenfassen. Besitzer von Computern mit berührungsempfindlichen Displays werden sich zudem über die von Apples iPhone bekannte Mehrfingersteuerung namens Multitouch freuen. So lassen sich beispielsweise Fotos einfach drehen oder in der Größe verändern. Damit die Finger auch die richtigen Elemente finden können, sind auch die größeren Symbole sehr sinnvoll.

IMMER AN DAS INTERNET DENKEN

Der Kampf um die Kunden wird verstärkt im Internet ausgetragen. Mit dem neuen Internet Explorer 8 (siehe Text rechts) hat Microsoft wieder Anschluss an die Konkurrenz gefunden. Zugleich unterhalten nicht nur die jungen Intenet-Nutzer immer mehr E-Mail-Adressen, Messenger-Dienste oder Profilseiten bei Online-Communities. Diese Aktivitäten sollen im neuen Windows unter einem Dach gebündelt werden, um den Zugriff zu erleichtern. Aber nicht nur mit Windows wendet sich Microsoft noch stärker dem Internet zu. Auch für seine Büroprogrammesammlung Office gilt künftig „online first“. Microsoft Office 14 mit den Programmen Word, Excel, Powerpoint und Onenote kommt neben der traditionellen Variante zur Installation auf dem Computer auch in einer Online-Version heraus. Damit reagiert das Unternehmen unter anderem auf Konkurrenzangebote wie Google Docs. Die abgespeckten Einstiegsversionen von Word & Co. will Microsoft den Kunden umsonst zur Verfügung stellen. Sie sollen über Werbung finanziert werden. Für die Online-Komplettversion wird eine Gebühr fällig. Der Starttermin für Office 14 und die Internet-Anwendungen ist noch nicht bekannt. Bislang wurden die neuen Office-Versionen aber immer fast zeitgleich mit der neuesten Windows-Version veröffentlicht.

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