BKA-Warnung : Internet-Betrüger immer trickreicher

Das Bundeskriminalamt warnt besonders von dem Anstieg der Phishing-Attacken. Immerhin: Die elektronische Post soll durch De-Mail sicher werden.

Die Zahl der Straftaten im und über das Internet ist weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr zählten die Behörden rund 38 000 Fälle, ein Plus von etwa elf Prozent, wie das Bundeskriminalamt (BKA) und der IT-Branchenverband Bitkom am Donnerstag in Berlin mitteilten. In den meisten Fällen nutzen Kriminelle das Internet für Betrug, wie BKA-Chef Jörg Ziercke sagte. Das war demnach bei fast der Hälfte aller Delikte der Fall.

Die Zahl der Betrugsfälle beim Onlinebanking ging 2008 deutlich zurück, dieses Jahr nimmt sie allerdings wieder stark zu. Auf Basis der Daten der Landeskriminalämter rechnet Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf für dieses Jahr mit bis zu 2900 angezeigten Phishing-Fällen, also dem Trickdiebstahl von Zugangsdaten. Das wäre ein Plus von rund 50 Prozent. Die durchschnittliche Schadenssumme bei Onlinebanking-Delikten liegt laut BKA bei rund 4000 Euro. „Ich kenne aber auch einen Fall von 70 000 Euro“, sagte Ziercke. Bitkom geht davon aus, dass der Gesamtschaden 2009 um 56 Prozent auf elf Millionen Euro steigen wird. Rund 24 Millionen Deutsche erledigen ihre Bankgeschäfte inzwischen im Internet, das sind 38 Prozent aller Bürger zwischen 16 und 74 Jahren. Laut Bitkom verzichtet aber inzwischen fast jeder dritte Internetnutzer über 14 Jahren aus Sicherheitsgründen auf Onlinebanking.

Unterdessen wird das Versenden von E-Mails künftig sicherer. Von diesem Freitag an geht die „De-Mail“ in Friedrichshafen am Bodensee in die Testphase, wie das Bundesinnenministerium und der Branchenverband Bitkom am Donnerstag ebenfalls in Berlin mitteilten. Voraussichtlich 2010 soll das sichere Mail-Verfahren bundesweit eingeführt werden.

Wer die kostenpflichtige De-Mail nutzen will, muss sich zuvor mit einem Ausweis identifizieren. Die Internet-Anbieter garantieren, dass sie bestimmte Sicherheitsstandards einhalten. So wird die De-Mail verschlüsselt versandt. Über die Sicherheitsstandards wacht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn. AFP/dpa

www.fn.de-mail.de

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