Bumper und Cases : Schutz für fast alle Fälle

Smartphones sind wahre Allround-Talente, aber zugleich sehr empfindlich. So werden die teuren Handys sicher transportiert

Sebastian Michael Brauns
Da hilft auch keine Schutzhülle mehr: Die amerikanische Firma Blendtec verkauft Standmixer. Jedes neue Apple-Produkt wie zuletzt das iPhone 4 nutzt es dafür, um mit ihnen die häckselnde Qualität der Mixer per Youtube-Video zu beweisen. Screenshot: tsp
Da hilft auch keine Schutzhülle mehr: Die amerikanische Firma Blendtec verkauft Standmixer. Jedes neue Apple-Produkt wie zuletzt...

Moderne Smartphones kosten zwischen 460 und 900 Euro. Und weil man sie immer und überall dabei hat, sind sie extremen Belastungen ausgesetzt. Und ebensolchen Gefahren: Unachtsam mit dem Schlüssel in die Tasche geworfen oder einfach fallen gelassen – ein Sprung in der Glasfront ist da beinahe harmlos. Es gibt also gute Gründe, sich mit dem Schutz der kostspieligen Elektronik zu beschäftigen. Neben dem Schutzaspekt spielt aber auch das individuelle Design eine Rolle. Generell gilt: „Gerade bei den sensiblen Smartphones oder den Tablet-Computern sollten die Kunden darauf achten, dass die Glasfront geschützt wird“, sagt Josefine Milosevic, Redakteurin der Fachzeitschrift für Telekommunikation „Connect“: „Darum sollte die Schutzhülle auch von innen gut gepolstert und nicht rau sein. Harte Schutzhüllen sind problematisch. Weiche Materialien wie Silikon oder Leder sind zu empfehlen.“

DER LETZTE SCHREI: BUMPER

Schutzhüllen gibt es in zahlreichen Ausführungen – von weichem Silikon über hartes Polymer bis zu Metall. Wofür man sich entscheidet, ist größtenteils Geschmackssache. Da es viele Nutzer als unbequem empfinden, das Handy immer erst aus der Schutzhülle zu holen, gelten für das iPhone 4 von Apple die so genannten Bumper momentan als letzter Schrei: Das Handy wird in einen Kautschukrahmen eingefasst, Vorder- und Rückseite des Smartphones bleiben frei. Durch diese Art von All-Round-Airbag werden Stöße abgedämpft. Der Rahmen ist extra verdickt, so dass das Handy – auch wenn es aufliegt – mit den Glasflächen nicht die Unterlage berührt. Für Designliebhaber ist diese Variante besonders elegant, weil das Kulthandy immer noch zur Geltung kommt. Allerdings hat dieser Kompromiss auch einen Nachteil: „Dadurch, dass Vorder- und Rückseite nicht geschützt sind, bietet das Bumper dennoch keinen Komplettschutz vor Stößen“, sagt Josefine Milosevic. Bumper gibt es von Apple für 29,90 Euro.

EINE HAUT AUS SILIKON

Sowohl für das iPhone als auch alle anderen Smartphone-Typen eignen sich Schutzhüllen aus Kunststoff. Wie eine weiche Haut legen sich die Silikon- oder Gelskins um die Smartphones. Alle Seiten bis auf das Display sind so gut vor Stößen geschützt. Gegen Staub und Schmutz helfen sie allerdings wenig. Die Silikonhülle gibt zwar mehr Haftung, das Smartphone wirkt dadurch aber auch klobiger und verliert an Eleganz. Schutzhäute sind ab fünf Euro zu haben.

TASCHEN: LEDER, PLASTIK ODER METALL

Das durchsichtige und enganliegende „Crystal Case“ ist wie das Apple-Bumper ein neues Produkt. Es versucht, das Eleganz-Problem zu lösen. Es schützt vor Schmutz, Kratzern oder Fingerabdrücken. Wie bei den Silikonskins bleibt das Display ungeschützt, ohne Polsterung schützt es zudem nicht vor harten Stößen. „Crystal Cases“ werden ab vier Euro angeboten, etwas bessere Modelle kosten rund 15 Euro. Neben diesen Modellen gibt es noch geschlossene Taschen. Allerdings muss man das Smartphone dann jedes Mal aus der Tasche nehmen, zudem kann man sein schickes Smartphone nicht jederzeit betrachten. Dafür garantieren sie bei guter Polsterung einen sonst unerreichten Rundumschutz. Die Auswahl reicht von schlicht und nützlich bis edel designt. Die Preise hängen dabei stark von Material und Anbieter ab.

DISPLAYSCHUTZFOLIEN

Die berührungsempfindlichen Touchscreen-Displays von Smartphones sind besonders anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke. Displayfolien sind darum grundsätzlich zu empfehlen: Beim Anbringen muss darauf geachtet werden, das Display zuvor gründlich zu reinigen. Sonst könnten später Schäden im Frontglas entstehen. Wichtig ist, dass keine Spülmittelreste auf dem Display verbleiben. Zudem muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sich keine Luftblasen beim Aufziehen der Schutzfolien bilden. Insgesamt kann man zwischen glasklaren bis extrem verspiegelten Typen entscheiden – so wird das Gerät häufig auch als Hightech-Taschenspiegel für unterwegs verwendet. Gerade billige Folien in der Klasse um fünf Euro haben jedoch eine relativ kurze Lebenszeit. Schon nach einigen Wochen sind Abnutzungserscheinungen zu erkennen.

FERTIG ZUR ANPROBE

Die Investition in den Schutz der Hightech-Geräte muss nicht teuer sein: „Wirksamen Schutz bekommt man schon für unter 20 Euro“, sagt Josefine Milosevic. Eine breite Produktpalette haben Anbieter wie Belkin, Golla oder Hama. Zu günstigen Internetangeboten sagt die Handyexpertin: „Man sollte die Produkte auf jeden Fall im Laden anprobieren. So kann man gewährleisten, dass sie ihre Schutzfunktion wirklich erfüllen. Außerdem muss auch die Optik und Haptik gefallen.“ In Internetforen schimpfen User schon mal über „Handykondome“. Bei Apple-Produkten wird darauf geachtet, dass das Firmenlogo immer in einem Fenster sichtbar bleibt. Wem das Design komplett egal ist, kann sein Smartphone auch in eine Handysocke stecken.

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