Cebit '09 : Große Technik, kleines Geld

Nach den NetBooks nun die NetTops: Preiswerte Computer für den Schreibtisch und das Wohnzimmer.

Kurt Sagatz
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Kommt nach Hannover: Der neue MSI Wind Neton AE1900 mit Touchscreen. -Foto: msi

Die Messe Hannover hat für die Cebit ’09, die am kommenden Dienstag beginnt (3. bis 8. März) das Thema „Green IT“ ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Mehr leisten und dabei weniger verbrauchen steht nicht nur beim Cebit-Partnerland Kalifornien hoch im Kurs. Für die Privatnutzer ist ein anderes Thema mindestens ebenso spannend: Große Technik für kleines Geld – und das nicht nur wegen der Finanzkrise. Bereits im Vorjahr wurden wichtige Akzente von den kleinen und preiswerten Netbooks gesetzt. Fast jeder fünfte neu gekaufte Notebook-Computer gehörte im vergangenen Jahr in Deutschland in diese Kategorie. 2009 nun könnte dieser Trend bei den stationären Computern für den Schreibtisch durchschlagen.


ALL IN ONE: KOMPAKT UND PREISWERT

Was wäre eine Cebit ohne neue Begriffe und Abkürzungen. In diesem Jahr drängt sich die Bezeichnung All-in-One-PC oder kurz AiO-PC auf. Bezeichnet werden damit Schreibtisch-PCs, in deren Monitor ein kompletter Computer steckt. Den Anfang machte vor Jahren der iMac. Die neuen Geräte unterscheiden sich deutlich von dem stylischen, aber nicht ganz preiswerten Apple-Computer. Der iMac war technisch ein High-End-Produkt, die neuen Geräte arbeiten an der unteren Leistungsgrenze. Wie die im Jahr 2008 eingeführten preiswerten Mini-Notebooks – die sogenannten Netbooks – richten sich nun auch die All-in-One-PCs an die große Gruppe von Computernutzen, die den PC vor allem für das Surfen im Internet, das Schreiben von E-Mails und Briefen sowie das Abspielen von Musik und Filmen verwenden, aber auf leistungshungrige Spiele oder Multimedia-Produktionswerkzeuge verzichten. Dabei kosten die Geräte – häufig wird von Nettops gesprochen – gerade mal so viel, wie man vor ein paar Jahren allein für den Bildschirm zahlen musste, in dem nun der komplette Computer steckt. Erste Geräte dieses Typus wie der EeeTop von Asus sind bereits zu kaufen (ab 550 Euro), in Hannover werden nun weitere Geräte wie der NetOn von MSI gezeigt. Für vermutlich 500 Euro enthält er einen 16:9-Monitor (Auflösung 1366 Mal 768 Pixel) einen netbooktypischen 1,6-Gigahertz-Atom-Prozessor und eine 160-Gigabyte-Festplatte. Der Rechner läuft mit Windows XP, zwei Lautsprecher und ein DVD-Brenner sind ebenso eingebaut wie die 1,3-Megapixel-Webcam und der Wlan-Anschluss. Halle 25, Stand D40


DIE WOHNZIMMER-FLUNDER

Neben den Mini-Notebooks und Klein-PCs zeigt Asus in Hannover einen in dieser Form ebenfalls revolutionären Rechner-Typ – das Asus Eee-Keyboard (siehe Bild unten). Es besteht aus einer Tastatur, in deren Unterseite ein Mini-Computer vergleichbar einem Netbook untergebracht wurde und das rechts neben den Tasten ein berührungsempflindliches Fünf-Zoll-Display enthält. Mit dem Eee-Keyboard kann bequem schnurlos vom Wohnzimmersofa gesurft werden. Es dient zudem als kabellose Abspielstation für digitale Medien auf dem Fernseher. Preis und Marktstart sind noch nicht bekannt. Halle 26, Stand D39


DER NULL-WATT-PC

Jenseits der Low-Cost-Computer spielt die grüne IT eine bedeutende Rolle. Seit Jahresanfang gilt das EU-Gesetz für verminderten Stromverbrauch im Stand-by-Modus, wobei es eine Übergangszeit von einem Jahr gibt. Laut Gesetz müssen ab dem 5. Januar 2010 sämtliche „Elektrische und elektronische Haushalts- und Bürogeräte“ im Stand-by einen Stromverbrauch von weniger als einem Watt aufweisen. Fujitsu-Siemens zeigt in Hannover mit PCs aus der Esprimo-Serie sowie mit der Profi-Workstation Celsius W370 , dass dies durchaus schon heute möglich ist. Um den Stromverbrauch der Geräte im Stand-by an die Null-Grenze heranzurücken, hat das Unternehmen die Funktion „Low Power Soft Off“ entwickelt. Mit der entsprechenden Voreinstellung kann der Energieverbrauch im Stand-by-Modus dadurch auf ein Minimum von weniger als einem Watt reduziert werden, verspricht der Hersteller. Lediglich der Ein- und Ausschaltknopf wird unter Strom gehalten, um das System wieder „aufzuwecken“. Halle 8, Stand B02

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