Cloud Computing : Browsen statt kaufen

Für Büro und Unterhaltung: Zu vielen teuren Programmen gibt es Gratis-Alternativen im Internet.

Kurt Sagatz

Die Software-Unternehmen befinden sich auf Wolke sieben. Damit ist nicht der baldige Start des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 7 gemeint, sondern der englische Computerbegriff „Cloud Computing“. Das Internet selbst soll zur alles umfassenden Wolke werden – sowohl für die Daten als auch die Programme. Der Nutzen davon ist durchaus praktischer Natur. Denn zu vielen Programmen, die man bislang für viel Geld kaufen musste, gibt es im Netz nun attraktive Gratis-Alternativen.

BÜROPAKET ZUM NULLTARIF

Vorreiter des „Cloud Coumputing“ ist der Suchmaschinenbetreiber Google mit seiner Bürosoftwarelösung Google Docs, die zur kostenlosen Nutzung im Internet angeboten wird. Dorthin gelangt man über die Google-Startseite, wo unter „Mehr“ die „Texte und Tabellen“ nach kurzer Anmeldung zur Verfügung stehen, auch Präsentationen lassen sich dort erstellen. Zusammen mit dem E-Mail-Dienst Google Mail kann man zudem online seine Termine und Kontakte verwalten. Der Funktionsumfang von Google Docs ist allerdings beschränkt und es klappt nicht mit jedem Computer, die Anwendungen auch ohne Internetverbindung zu betreiben. Zudem sollte man sich bei Google Docs und Google Mail die Frage stellen, welchen Wert man auf Privatsphäre legt. Denn zur besseren Steuerung der Werbung behält sich Google vor, einen elektronischen Blick auf die persönlichen Inhalte zu werfen.

BILDBEARBEITUNG ONLINE

Dass eine Einsteiger-Bildbearbeitung kein Geld kosten muss, aber dennoch einige höchst kreative Funktionen enthalten kann, wissen Windows-Nutzer spätestens seit Googles Gratis-Programm Picasa. Während man Picasa noch herunterladen und installieren muss, nutzt man den kostenlosen Adobe-Dienst Photoshop Express (www.photoshop.com/express) komplett im Internet. Dorthin werden die Bilder in ein Express-Album hochgeladen, um sie im Web anzusehen, zu bearbeiten oder mit anderen Internet-Nutzern zu teilen. Der englischsprachige Dienst richtet sich derzeit zwar nur an US-Nutzer, allerdings wird man nicht abgewiesen, wenn der Dienst von einem anderen Land aufgerufen wird. In der Nutzung erinnert die Internet-Anwendung durchaus an die bekannten Programme Photoshop CS4 und Photoshop Elements. Zwar ist die Funktionsfülle von Photoshop Express eingeschränkt, doch die gebräuchlichen Standard-Aufgaben zum Optimieren und Gestalten der eigenen Fotos stehen zur Verfügung.

DER WEB-VIDEOREKORDER

Das Internet kann inzwischen nicht nur die lokal installierten Programmpakete ersetzen, auch Geräte wie den klassischen Videorekorder kann das Netz ersetzen – und das sogar ohne zusätzliche Kosten. Die gewünschte TV-Sendung wird online programmiert und später auf den eigenen Computer geladen. Wegen der großen Datenmengen ist eine schnelle Internet-Flatrate absolut Pflicht. Neben Diensten wie www.save.tv, die nach einer Probezeit unweigerlich kostenpflichtig werden, gibt es auch hierzu Angebote, deren Gratisvarianten für den Gelegenheitsnutzer ausreichen. Mit dem Onlinetvrecorder.com lassen sich Sendungen aus 57 Sendern aufzeichnen. Nach dem Download müssen die Dateien allerdings zuerst dekodiert werden. Zum Schutz gegen Urheberrechtsansprüche der Sender ist dies nur möglich, wenn es zu der Serie oder dem Film tatsächlich eine Aufforderung zur Online-Aufnahme gab.

BACKUP IM INTERNET

Wer viel unterwegs ist, möchte seine Daten möglichst immer in Reichweite haben. Eine Alternative zum USB-Stick können Online-Festplatten sein, wie sie zum Beispiel die kostenlosen Dienste Mydrive.ch oder Wuala.com anbieten. Was man mit dem kostenlosen Platz von einem Gigabyte anstellt, ist dem Nutzer im Rahmen der geltenden Gesetze freigestellt. Bei Wuala lassen sich abgelegte Videodateien sogar direkt als Stream ansehen.

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