COMPUTER Frage : An Lutz Treutler Geschäftsführer Com.Box

Mit Geduld und dicken Leitungen

An Lutz Treutler

Seitdem ich einen DSL-Anschluss habe, ist es kein Problem mehr, umfangreichere Foto-Mails zu empfangen. Beim Versenden benötigen jedoch bereits einige wenige Bilder eine kleine Weile. Woran liegt das, und wie kann ich das eventuell ändern?

Ihr Engpass ist die DSL-Leitung. Die relativ preiswert verfügbaren Internetzugänge für Privatnutzer sind auf das normale Surf-Verhalten ausgelegt: In Ruhe die Befehle eintippen oder Mausklicks vornehmen (geringe Datenmenge), um Text, Grafiken, Audio- oder gar Videodateien zu erhalten (riesige Datenmenge). Dafür genügt eine asymmetrische DSL-Leitung, die eine kleine Bandbreite für das „Hochschicken“ weniger Daten und eine große Bandbreite – das Fünf- bis Sechsfache – für das „Herunterladen“ vieler Daten zur Verfügung stellt.

Das Verschicken großer Datenmengen ist im professionellen Bereich öfter erforderlich. Dafür wird statt einer ADSL-Leitung eine symmetrische Leitung (SDSL) genutzt. Sie besitzt in beiden Richtungen die gleiche Bandbreite. Allerdings ist sie drei- bis fünfmal so teuer wie Ihre DSL-Leitung.

Wenn Sie so viel Geld monatlich nicht ausgeben wollen, werden Sie Geduld aufbringen oder Hilfsmittel anwenden müssen. Sie können ohne weiteres eine E-Mail mit vielen CC-Kopien schicken. Sie wird nur einmal an Ihren Provider übertragen, und seine Maschinen sorgen dann dafür, an jeden Empfänger je eine Mail mit den dicken Anhängen auszuteilen. Wegen der geringen Bandbreite zum Hochladen müssen Sie dabei möglicherweise einige Minuten warten, bis die Übertragung erledigt ist. So lange hängt die Mail im Postausgang. Wenn Ihnen das zu lange dauert, können Sie jeden Anhang einzeln senden oder überlegen, wie Sie die Größe der Dateien durch Reduzierung der Qualität verringern können.

Prinzipiell ist aber zu sagen, dass E-Mail nicht das beste Verfahren ist, um große Dateien zu übertragen. Die meisten Provider beschränken daher auch die maximale Größe einer einzelnen E-Mail auf einige zehn Megabyte. Zwar nicht viel schneller, aber „ordentlicher“ laden Sie per FTP-Protokoll und FTP-Software – das steht für File Transfer Protokoll – die Daten auf einen (eigenen) Web-Server. Den Empfängern schreiben Sie dann eine E-Mail, von wo sie die Daten herunterladen können. Aber: An dem Problem der DSL-Verbindung ändert das leider nichts. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

– Haben Sie auch eine Frage?

Dann schreiben Sie uns:

E-Mail: computer@tagesspiegel.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben