COMPUTER Frage : An Michael Terhaag Rechtsanwalt für Online-Recht

Beim Einkauf auf Lieferfristen achten

An Michael Terhaag

Ich ärgere mich, wenn ich im Internet vermeintliche Schnäppchen angeboten bekomme und dann mit längeren Lieferfristen vertröstet werde. Dürfen die Anbieter das überhaupt?

Leider ist es bei Online-Versandhändlern üblich geworden, dass man gerade bei Elektronikartikeln immer erst eine größere Menge von Bestellungen „sammelt“, um dann bei den Bezugsquellen besonders günstige Konditionen aushandeln zu können. So kann es vorkommen, dass der Kunde auf den bestellten Fernseher schon mal ein paar Wochen, ja sogar Monate warten muss. Leider wird hierauf auf der Webseite gar nicht oder nur versteckt hingewiesen. Internetverkäufer haben grundsätzlich aber nach Zustandekommen des Kaufvertrags die Ware immer sofort zu liefern. Wenn im Angebot also nichts steht oder sogar mit sofortiger Lieferung geworben wird, muss die Ware immer unverzüglich auf den Weg zum Besteller gebracht werden. Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Verkäufer im Angebot selbst oder in der Bestätigungsmail, mit der der Vertrag oft erst zustande kommt, unmissverständlich auf die genaue und richtige Lieferfrist hinweist. Tut er dies nicht, ist nicht nur die Werbung wettbewerbswidrig, sondern der Anbieter macht sich dem Käufer gegenüber schadenersatzpflichtig.

Wichtig ist dann, dass Sie sich korrekt verhalten: Kommt das zugesagte Produkt nicht rechtzeitig ins Haus, setzen Sie den Anbieter unbedingt schriftlich unter Druck, nicht nur per E-Mail. Setzen Sie verbindliche Fristen – möglichst gleich mit Ablehnungsandrohung. Damit erklären Sie, dass Sie die Ware nach Ablauf der Frist nicht mehr annehmen. Im Einzelfall können Sie sich das Produkt sogar woanders kaufen und eine etwaige Preisdifferenz von dem vertragsbrüchigen Anbieter zurückfordern. Mehr dazu erfahren Sie unter www.aufrecht.de. Foto: Promo

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