COMPUTER Frage : Ich will mein Foto auf keiner Website

Ich bin ohne mein Einverständnis bei einer öffentlichen Feier fotografiert und später im Internet auf einer Website deutlich erkennbar veröffentlicht worden. Wie kann ich mich dagegen wehren? Eine Computerfrage an den Anwalt Michael Terhaag, Experte für Online-Recht

an Michael Terhaag

Nicht selten erlebt es der Partygänger heutzutage, dass plötzlich ein Fotograf mit einer Kamera vor ihm steht und fragt, ob er ein Foto für die Website des Clubs oder der eigenen Homepage – in der Regel zum Zwecke der Werbung – machen darf. Meist bekommt man dann noch eine Visitenkarte in die Hand gedrückt, wo die Internetadresse, unter der die Fotos abrufbar sind, abgedruckt ist. Häufig genug werden diese Bilder aber auch einfach so und ohne ausdrückliche Nachfrage gemacht und später veröffentlicht.

Grundsätzlich hat aber jede Person das sogenannte Recht am eigenen Bild. Das bedeutet, das zumindest jeder Otto-Normal-Verbraucher es selbst in der Hand hat, welche Fotografien von ihm gefertigt und welche veröffentlicht werden. Lediglich Promis, Politiker und bestimmte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben in gewissen Grenzen eine Berichterstattung auch und gerade mittels Fotografien zu dulden. In einem aktuellen Fall hat das Arbeitsgericht Ingolstadt die Veröffentlichung von Bildern von der Tanzfläche einer Disco ohne Einwilligung der deutlich erkennbaren Personen für unzulässig erklärt. Weder eine stillschweigende Einwilligung durch den Discobesuch selbst noch eine Erlaubnis durch die Hausordnung oder Kleingedrucktes in den AGB ließ das Gericht gelten. Hierbei ist klar, selbst die Bereitschaft, sich fotografieren zu lassen, ist keineswegs gleichbedeutend mit der Einwilligung, dass das Foto anschließend auch veröffentlicht werden darf. In der Sache kommt es auf eine Bewertung des Einzelfalls an, ob die konkrete Veröffentlichung zulässig oder unzulässig ist. Unberechtigte Veröffentlichungen solcher Fotos können neben der Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen durch den Betroffenen auch finanzielle Folgen in Form von Schadenersatz haben. Weitere Informationen im Netz unter www.aufrecht.de .

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