COMPUTER Frage : Mails auf mehreren Computern lesen

Lutz Treutler, Geschäftsführer Com.Box, erklärt den Unterschied zwischen den Mail-Verfahren POP und IMAP.

Wenn ich mit Outlook auf dem Rechner im Arbeitszimmer meine E-Mails lese, dann kann ich sie nicht mehr auf meinem Laptop abrufen. Wie kann ich an beiden Geräten die Mails lesen? Es ist ärgerlich, Wichtiges nur auf einem Rechner zu sehen!

Für einen komfortablen Umgang mit den Mails stellt sich zuerst die Frage: Wie soll auf die Nachrichten zugegriffen werden? Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Mails werden über den Browser oder ein E-Mail-Programm wie Outlook oder Thunderbird angesehen. Beim Programm muss zwischen zwei Übertragungsprotokollen gewählt werden: POP oder IMAP. Mit POP oder genauer gesagt POP3 werden E-Mails beim Abruf direkt über den Posteingangs-Ordner (oder Inbox) vom Mailserver geladen und auf dem lokalen Computer gespeichert. Das POP-Verfahren wird für gewöhnlich genutzt, wenn die Mails nur am Arbeitsplatz oder mit einem Mailprogramm gelesen und geschrieben werden. Änderungen werden nicht auf dem Mailserver gespeichert und stehen nur auf einem Computer zur Verfügung. Das kann von Nachteil sein, wenn man in seinem E-Mail-Programm eine Struktur mit Unterordnern angelegt hat und den Rechner oder das E-Mail-Programm wechseln möchte. Ein Vorteil von POP ist allerdings, dass nur für die Zeit des Abholens der E-Mails eine Online-Verbindung bestehen muss. Allerdings muss der Nutzer bei diesem Verfahren selbst dafür sorgen, dass die Mails vor Verlust geschützt werden.

Das modernere IMAP zeigt zuerst die Kopfzeilen von Nachrichten an und lädt die E-Mails erst vollständig nach, wenn sie angefordert werden. Es bietet nützliche Funktionalitäten wie hierarchische Ordnerstrukturen, das Suchen direkt auf dem Mailserver sowie die Vorauswahl von E-Mails mittels Filterregeln. Mit IMAP greift man stets auf die aktuelle Ordnerstruktur zu. Werden Änderungen vorgenommen (Mails verschoben, Ordner angelegt, etc.) geschieht das auf dem Mailserver. So hat man von verschiedenen Standorten oder Computern – auch Mobiltelefonen oder über die vom Anbieter bereitgestellte Webseite – jederzeit Zugriff auf die gesamte Mailbox inklusive aller archivierten Nachrichten. Für alle, die von fremden Rechnern schnell nach neuer Post schauen möchten, ist die Verwendung von IMAP die bessere Wahl. Heutzutage bietet fast jeder E-Mail-Anbieter die Wahl zwischen POP und IMAP an, wobei es empfehlenswert ist, sich auf eine Zugriffsart festzulegen.

Bietet der E-Mail-Provider diese Auswahl nicht, gibt es bei POP noch die Möglichkeit, dass die abgerufenen E-Mails nach dem Abruf nicht gelöscht werden. Damit lässt sich die Post auch noch auf weiteren Rechnern lesen. Allerdings leidet die Übersichtlichkeit, da alle Nachrichten dann in dem einzigen Posteingangsordner auf dem Mailserver verbleiben. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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