Computer-Frage : So klappt’s auch mit dem Untermieter

An Lutz Treutler, Geschäftsführer von Com.Box, stellt der Tagesspiegel seine Fragen im Umgang mit dem Computer.

An Lutz Treutler

Mein Untermieter hat mich gefragt, ob er per Wireless LAN auf meinen DSL-Anschluss zugreifen darf. Was müsste ich dabei beachten?



Zuerst einmal muss sichergestellt sein, dass ihr DSL-Anbieter dies überhaupt zulässt. In den meisten Fällen dürfen die Internetzugänge der großen Provider nicht dauerhaft Dritten zur Verfügung gestellt werden. Nur sehr wenige Provider erlauben die unentgeltliche beziehungsweise nichtgewerbliche Teilung des Internetzugangs. Prüfen Sie darum zuerst die allgemeinen Geschäftsbedingungen, damit Sie mit der Freigabe ihres Internetanschlusses nicht gegen Vertragsbestimmungen verstoßen.

Doch es gibt noch andere Aspekte zu beachten. Ich würde meinen Anschluss nur dann einem Untermieter zur Verfügung stellen, wenn es sich um einen Familienangehörigen handelt. Schließlich kann ein Missbrauch des Anschlusses dazu führen, dass Sie die Verantwortung für etwaige strafrechtliche Verstöße übernehmen müssen. Sollte jemand über den Zugang Straftaten begehen, also zum Beispiel geschützte Songs oder Filme herunterladen oder sogar Kinderpornografie tauschen, wären Sie der erste Verdächtige. Irgendwann könnte dann die Polizei vor der Tür stehen und Ihren Rechner mitnehmen. Wer möchte schon in einem Prozess beweisen müssen, dass er die ihm vorgeworfenen Taten nicht begangen hat?

Durch übermäßige Auslastung der DSL-Bandbreite, beispielsweise durch Filesharing, Audio-/Videodownload und -streaming, können sich zudem die eigenen Anwendungen wie Internettelefonie oder Downloads verlangsamen. Überdies wären in dem Netzwerk alle freigegebenen Rechner, Ordner und Dateien offen zugänglich, also auch für den Untermieter. Immerhin ließe sich dieses Problem mit der nötigen Kenntnis von Netzwerkeinstellungen schnell lösen.

Den eigenen Internet-Anschluss mit Fremden zu teilen, erfordert also eine Menge Vertrauen. Schließlich habe ich bereits bei der Einrichtung meines Funknetzes auf die WPA2-Absicherung geachtet, um nicht weiteren Personen unabsichtlich meinen Zugang zur Verfügung zu stellen. Im Zweifel würde ich dem Untermieter empfehlen, einen eigenen Vertrag – ab 20 Euro monatlich – mit kurzer Kündigungsfrist (30 Tage) abzuschließen und notfalls eine weitere Telefondose legen zu lassen.

– Haben Sie auch eine Frage?

E-Mail: computer@tagesspiegel.de

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