Computerfrage : Was wird aus dem Donnervogel?

Mozilla will Thunderbird nicht weiter entwickeln. Muss man sich nun ein neues Mailprogramm besorgen. Telekom-Experte Lutz Treutler weiß Rat.

Lutz Treutler, Geschäftsführer der Berliner Com.Box, hilft bei Problemen mit Internet, E-Mail und Co.
Lutz Treutler, Geschäftsführer der Berliner Com.Box, hilft bei Problemen mit Internet, E-Mail und Co.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Organisation Mozilla hat angekündigt, das weit verbreitete E-Mail-Programm Thunderbird nicht mehr weiterzu- entwickeln. Muss ich mir nun sofort ein neues Mail-Programm besorgen?

Die etwa 20 Millionen Nutzer von Thunderbird brauchen sich keine Sorgen zu machen. Neben Privatnutzern können sich sehr viele Firmen, Regierungs- und Bildungseinrichtungen auf die weitere Verfügbarkeit des stabilen E-Mail-Programms verlassen. Nur neue Funktionen wird Mozilla für seinen Mail-Client nicht mehr selbst entwickeln. Die Organisation geht davon aus, dass diese von der internationalen Entwickler-Community beigesteuert werden. Viele Nutzer sind auch mit dem Funktionsumfang zufrieden. Für das kostenlose Open-Source-Programm wird es weiterhin alle sechs Wochen Sicherheits- und Stabilitäts-Updates von der Mozilla-Foundation geben. Aktuell wird die Version 14.01 angeboten. Thunderbird-Versionen 15, 16 und 17 werden demnächst erscheinen. Für Thunderbird 15 gibt es bereits eine Alpha-Version.

Mitchell Baker, die Vorsitzende der Mozilla-Foundation und deren Tochtergesellschaft Mozilla Corporation schrieb Anfang des Monats in ihrem Blog: „Wir kamen zur Überzeugung, dass die konstante Stabilität die wichtigste Sache ist und dass es nicht mehr nötig ist, ständig neue Funktionen in Thunderbird einzubauen“. Und der Managing Director von Mozilla, Jb Piacentino, sagte in einem Interview: „Wir werden Thunderbird nicht einstellen. Im Gegenteil, wir schmieden die Voraussetzungen, damit das Produkt weiterhin sicher und stabil ist und Beiträge aus der Community integriert werden können.“

Also erfreuen Sie sich weiterhin an dem Donnervogel. Und wenn Sie Informatiker sind, schauen Sie doch mal bei www.thunderbird-mail.de vorbei. Vielleicht haben Sie Freude daran, an der Weiterentwicklung mitzumachen. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

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