Consumer Electronics Show : iPotty und das digitale Töpfchen

Eine Toilettenhilfe für Kinder, superscharfes Fernsehen, gelenkige Computer – in Las Vegas werden die Techniktrends 2013 präsentiert.

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In Amerika ist alles eine Spur größer. Während deutsche Fernsehzuschauer bereits mit Bildschirmdiagonalen von 40 Zoll, also umgerechnet etwas mehr als ein Meter, zufrieden sind, entwickeln sich in den USA die Flachbildfernseher mit über 50 Zoll zum Standard. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas waren in dieser Woche noch weit größere Mattscheiben zu bewundern. Auf 2,80 Meter (110 Zoll) kommt der S9 von Samsung. Bei dieser Größe bleibt von der Brillanz eines High-Definition-Films allerdings wenig übrig. Die Branche propagiert darum nun den Nachfolger von HD. Der neue Standard mit dem Namen Ultra High Definition (UHD) hat eine Auflösung, die mit 3840 mal 2160 Pixeln viermal schärfer ist als das aktuelle HD-Format. Experten sprechen darum alternativ auch vom 4K-Fernsehen. Zu den ersten Fernsehern dieses Typs, die auch in Deutschland vom Sommer an zu kaufen sein sollen, gehören die Geräte der Bravia-X9-Serie. Sony will sie in zwei Größen mit 55 und 65 Zoll anbieten. Zudem haben die Japaner den Start einer Download-Plattform für UHD- Filme angekündigt, vorerst allerdings nur für die USA. Eine andere Neuheit wird es wohl ebenfalls nur in den USA geben. Um Kleinkindern den Übergang von der Windel zur Toilette zu erleichtern, hat der Zubehörhersteller CTA den iPotty entworfen. Das Töpfchen mit iPad-Halterung soll im Frühjahr für 40 Dollar in den US-Handel kommen. In Las Vegas fand diese Innovation große Beachtung.

Ungemein flexibel: Die neue Samsung NX 300 sieht aus wie eine gewöhnliche Systemkamera, per Knopfdruck speichert die 20-Megapixel-Kamera allerdings Fotos im 3-D-Modus. Bei den Computern dominieren Convertibles wie dieses Lenovo-Gerät. Sie erlauben unterschiedlichste Nutzungsformen vom Notebook bis zum Tablet. Rund 40 Dollar soll die Kleinkind-Toilette iPotty mit Tablet-Halterung kosten. Das Huawei Ascend Mate mit seinem 6-Zoll-Bildschirm ist fast genauso groß wie ein Mini-Tablet. Fotos: AFP, Reuters (2), CTA-Promo
Ungemein flexibel: Die neue Samsung NX 300 sieht aus wie eine gewöhnliche Systemkamera, per Knopfdruck speichert die...Foto: AFP

SMARTPHONE + TABLET = PHABLET

Bigger than Life ist offensichtlich auch die Devise für die Smartphones und Tablets der neuen Saison. Das Sony-Smartphone Xperia Z mit seinem Android-4.1-Betriebssystem gewährt dem Besitzer eine Full-HD-Auflösung auf dem Fünf-Zoll- Display. Die Auflösung der Kamera beträgt 13 Megapixel, ein 1,5-Gigahertz schneller Vierkernprozessor sorgt für Tempo auf dem neuen Smartphone- Flaggschiff von Sony – das anders als die meisten Konkurrenten keineswegs wasserscheu ist. Kurzzeitiges Eintauchen soll das rund 650 Euro teure Handy unbeschadet überstehen, wenn es im ersten Quartal auf den Markt kommt. Kaum noch von einem Mini-Tablet zu unterscheiden ist das Ascend Mate, das Huawei zeigte. Das Smartphone mit dem 6,1 Zoll großen HD-Display (1280 mal 720 Pixel) ist noch größer als das Galaxy Note II von Samsung und verfügt über einen besonders großen Akku und eine spezielle Stromspartechnik, so dass das Ascend zwei Tage ohne Nachladen auskommen soll. Übrigens gibt es für die Riesen-Smartphones bereits eine neue Wortschöpfung. Die Zwitter aus Smartphones und Tablets heißen im Nerd-Jargon Phablets. Auch von LG und ZTE soll es auf der Messe solche Phablets geben, die 5,5 Zoll oder mehr messen.

MULTIFUNKTIONALE COMPUTER

Die Bedeutung des klassischen Computers hat zwar abgenommen, doch gerade bei den mobilen Rechnern herrscht eine große Experimentierfreude mit neuen Funktionskonzepten. Lenovo zeigte in Las Vegas unter anderem das sehr flexible IdeaPad Yoga 11 S, das mit seinen Spezialscharnieren vom Notebook bis zum Tablet vier verschiedene Nutzungsformen erlaubt. Genau wie das Yoga wird auch das Lenovo ThinkPad Helix mit Windows 8 betrieben. Wird bei diesem Convertible die Tastatur abgeklemmt, steht statt einem Laptop ein Tablet zur Verfügung. Das Gerät ist LTE-fähig und verfügt über die NFC-Technologie. Sony präsentierte einen neuen Laptop-Rechner aus der Vaio-Reihe. Mit der eingebauten Webcam und der Vaio Gesture Control lässt sich das Sony Vaio T 15 über Gesten steuern, um so zum Beispiel die Lautstärke zu regeln oder durch Webseiten zu navigieren. Satten Sound verspricht das Series 7 Ultra Touch von Samsung, das für den Herbst 2013 angekündigt ist. Es verfügt über ein integriertes JBL Soundsystem.

CONVERTIBLE: OFFEN FÜR ALLES

Immer neue Kreuzungen gibt es bei den All-in-one-PCs. Lenovos IdeaCentre Horizon ist ein 27 Zoll großes Windows-8-Surfbrett, das sich klassisch auf den Schoß nehmen oder als Desktop-PC aufstellen lässt. Der Verkaufsstart ist für Sommer 2013 geplant, die Preise sollen bei umgerechnet rund 1300 Euro beginnen. Ein ähnliches Prinzip verfolgt Asus mit dem Transformer AiO. Als All-in-one-PC auf dem Schreibtisch läuft der 18-Zoll-Rechner mit vollwertigem Windows 8. Das Display lässt sich vom Ständer nehmen und beherbergt genug Technik, um als Tablet mit Android 4.1 zu laufen. Die Markteinführung von Windows 8 hat dazu geführt, dass immer mehr Monitore mit Touchsteuerung angeboten werden. LG stellte den 23-Zoller ET83 Touch 10 vor, Samsung den SC770. Bei der TD40-Reihe von ViewSonics lässt sich der Ständer so wegklappen, dass der Monitor flach auf einen Tisch gelegt werden kann.

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NEUE PROZESSOREN SPAREN STROM

Herz der Smartphones und vieler Tablets sind ARM-Prozessoren mit geringer Leistungsaufnahme, die die Hersteller selbst designen oder zuliefern lassen – zum Beispiel von Nvidia und Qualcomm. Letztere zeigen in Las Vegas ihre neuen Top-Chips Tegra 4 beziehungsweise Snapdragon 800, beides Quadcore-Chips mit integriertem LTE-Modem. Intel hat noch für 2013 eine neue Generation von Atom-CPUs angekündigt, die in Windows-8-Tablets und Smartphones zum Einsatz kommen sollen. AMD stellte auf der Messe das erste Windows-8-Tablet mit Prozessor aus eigenem Hause vor. Kooperationspartner für das 11,6-Zoll-Gerät ist der US-Hersteller Vizio. (mit dpa,AFP)

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