Core-Games : Beherrscher der Welt

Immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer: Videospiele wie „Skyrim“, „Batman“ und „Dark Souls“ sprechen besonders die Hardcore-Gamer an.

von
Herrscher der Welt. Das Rollenspiel „The Elder Scrolls: Skyrim“ ist nichts für Casual Gamer, die sich nur ab und zu etwas ablenken wollen. Screenshot: Promo
Herrscher der Welt. Das Rollenspiel „The Elder Scrolls: Skyrim“ ist nichts für Casual Gamer, die sich nur ab und zu etwas ablenken...

Die Rollenspielreihe „The Elder Scrolls“ besitzt eine lange Tradition. Schon Mitte der 90er Jahre entwickelte Bethesda die riesigen Fantasy-Welten, die der Spieler nach Lust und Laune durchstreifen kann – immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Der fünfte Teil der Serie knüpft nahtlos an diese Tradition an. „Skyrim“ – zu deutsch „Himmelsrand“ – rückt die nördlichste Provinz des Kontinents Tamriel in den Mittelpunkt des Geschehens. Als namenloser Gefangener entgeht der Spieler nur knapp seiner Hinrichtung. Und nutzt die neu gewonnene Freiheit, um Skyrims Weiten zu erkunden.

Was Umfang und Detailreichtum betrifft, wirkt dieses Fantasy-Rollenspiel wie ein Anachronismus. Der Markt der Videospiele hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Browsergames und Smartphone-Spiele beanspruchen ein immer größeres Stück vom Kuchen, Konsolen- und PC-Games kämpfen um ihre Anteile. Millionenschwere Produktionen werden für die Spielehersteller zum hohen Risiko. Floppt der Blockbuster-Titel, dann drohen finanzielle Einbußen und sogar der Verlust von Arbeitsplätzen.

Viele Firmen gehen deshalb auf Nummer sicher: Sie gestalten ihre Spiele möglichst einsteigerfreundlich. Im Playstation-Hit „Uncharted 3“ etwa muss man kaum noch eigene Entscheidungen treffen. Das Spiel gleicht einer atemberaubenden Achterbahnfahrt durch „Indiana-Jones“-Filmkulissen. Die Einzelspieler-Kampagne rund um einen sagenhaften Wüstenschatz ist schon nach gut zehn Stunden zu Ende – wer mehr will, kämpft im Multiplayer gegen andere Spieler weiter. Die Mischung kommt an. „Uncharted 3“ verkaufte sich schon am ersten Tag weltweit 3,8 Millionen Mal.

Filmreife, kurzweilig inszenierte Titel mögen für Publisher eine Bank sein. Die wichtigste Erkenntnis des laufenden Vorweihnachtsgeschäfts lautet aber: Erfolgreich können auch Spiele sein, die klar gegen Gesetze leichter Konsumierbarkeit verstoßen. „Skyrim“ verkaufte sich an den ersten beiden Tagen ebenfalls mehr als drei Millionen Mal. Kaum jemals zuvor wurde eine Spielwelt derart gekonnt in Szene gesetzt. Im Süden der Provinz locken dichte Pinienwälder, von schroffen Felszacken umrahmt. Weiter nördlich beginnt eine Tundra mit kalten Winden und niedriger Vegetation. Ob der Wanderer sich nun gen Westen wendet, mitten hinein in sumpfiges Marschland, oder gen Osten zu den feuerspeienden Vulkanen – überall trifft er auf neue Abenteuer: Er wird Schätze heben, Orks bekämpfen und auf den Märkten der großen Städte um Zaubertränke feilschen. Und er wird gewaltigen Drachen begegnen – den wahren Herrschern des Landes.

Ähnlich gute Kritiken wie „Skyrim“ erhielt das Action-Abenteuer „Batman: Arkham City“. Schauplatz des Spiels ist ein abgeriegelter Gefängnisbezirk im Herzen von Gotham City. Batman sorgt für Ordnung und genießt dabei eine völlig neue Bewegungsfreiheit. Elegant schwebt er über die Straßen der Stadt, zieht sich mit dem Enterhaken blitzschnell auf Hausdächer empor und nutzt den Schwung, um weiter durch die Luft zu gleiten.

Eine interessante Variation des Prinzips „offene Spielwelt“ bietet das Fantasy-Rollenspiel „Dark Souls“. Es gilt vielen bereits jetzt als schwerstes Spiel des Jahres, als Gegenstück zur Massentauglichkeit. Schon im ersten Level bekommt es der Spieler mit einem gewaltigen Monster zu tun, das den Helden mit wuchtigen Keulenschlägen ein ums andere Mal ins Jenseits befördert. Das ist aber nur der Anfang einer mindestens fünfzigstündigen Solo-Kampagne, in deren Verlauf man hunderte Tode stirbt – und Speicherpunkte sind dünn gesät. Es ist gerade diese kompromisslose Härte, die „Dark Souls“ zu einer Herausforderung für erfahrene Gamer macht. Und davon gibt es genug.

„The Elder Scrolls 5: Skyrim“. Für PS3, Xbox 360 (je 70 Euro) und PC (55 Euro), ab 16 Jahren. „Uncharted 3: Drake's Deception“. Für PS3. Preis: 70 Euro, ab 16 Jahren. „Batman: Arkham City“. Für PS3, Xbox 360 (je 70 Euro) und PC (50 Euro), ab 16 Jahren. „Dark Souls“. Für PS3 und Xbox 360 (je 70 Euro), ab 16 Jahren.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben