Digital : Die Grenzen der Flatrate-Mentalität

Bei Stromkosten gibt es keine Pauschalen. So werden mit wenigen Klicks der Energieverbrauch gesenkt und die Umwelt geschont

Kurt Sagatz

Ein Computer ist kein Ökoprodukt. Sowohl bei der Herstellung als auch im Betrieb spricht der Energieverbrauch gegen allzu viel Hightech in den eigenen vier Wänden. Zumindest jedoch für einen umweltbewussteren Umgang mit der Technik. Die deutschen Verbraucher würden dafür sogar höhere Kosten in Kauf nehmen. Fast jeder Dritte wäre bereit, bis zu 20 Prozent mehr für einen „Green PC“ auszugeben. Das hat eine Umfrage ergeben, die der Computerhersteller Fujitsu-Siemens in Auftrag gegeben hat. Interessant dabei war auch der Gegentest: Nur vier Prozent der Befragten wollten grundsätzlich keine Mehrkosten für einen energiesparenden Computer ausgeben. Dabei kann jeder mithelfen, die Energiebilanz zu verbessern, indem man die bereits in den Computer eingebauten Stromsparhilfen richtig nutzt.

RUHEZUSTAND STATT LEERLAUFBETRIEB

Wer viel im Internet surft, weiß die Vorteile einer Flatrate zu schätzen, bei der sämtliche Online-Kosten mit einer monatlichen Pauschale abgegolten werden. Inzwischen wird jedoch häufig vergessen, dass diese Flatrate den Stromverbrauch nicht einschließt. Und da das Herunterfahren und das Neustarten des PCs sehr lange dauert, laufen viele Geräte oftmals stundenlang ungenutzt im Leerlauf. Um in Windows die Stromsparfunktionen zu aktivieren, werden in der Systemsteuerung die Energieoptionen gestartet. Nun wird in XP als Profil „Minimaler Energieverbrauch“ ausgewählt und bei Standby sowie Ruhezustand zum Beispiel ein Wert von 30 Minuten eingestellt. Nach einer halben Stunde Leerlauf wird der PC nun zuerst schlummern und nach einer weiteren halben Stunde komplett schlafen geschickt. Der Ruhezustand muss allerdings zuvor aktiviert werden. Bei Windows Vista kann in den Energieoptionen zwischen drei Varianten gewählt werden. Voreingestellt ist „Ausbalanciert“. Zur individuellen Einstellung wird zuerst „Energiespareinstellungen ändern“ und dann „Erweiterte Einstellungen ändern“ ausgewählt. Dort wird festgelegt, nach welcher Zeit die einzelnen Komponenten oder der gesamte PC abgeschaltet werden.

DER AUSSCHALT-IRRTUM

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass der stationäre Computer nach dem Herunterfahren oder im Ruhezustand keinen Strom mehr verbraucht. Damit der PC per Druck auf die Haupttaste wieder starten kann, bleibt er im Bereitschaftsmodus, auch wenn anders als bei einem Fernseher keine rote Lampe leuchtet. Nur das komplette Ausschalten des Netzteils an der Rückseite des Computers oder an der Steckdosenleiste trennt den PC komplett vom Stromnetz.

BILDSCHIRMSCHONER AKTIVIEREN

In der Anfangszeit der Personal Computer dienten Bildschirmschoner dazu, das Einbrennen des Bildes im Monitor zu vermeiden. Moderne Bildschirme, selbst solche mit Röhrensystemen, kennen dieses Problem nicht mehr, so dass ein Bildschirmschoner mit Aquariumsszene inzwischen mehr der Entspannung dient. Für die Umwelt und den Geldbeutel sinnvoller bleibt jedoch weiterhin ein schwarzer Bildschirmschoner, bei dem weniger Energie verbraucht wird. Noch besser ist es, den Monitor zeitgesteuert abzuschalten. Beides lässt sich in Windows über die Anzeigeeinstellungen beziehungsweise die Energieverwaltung einstellen.

DAS SAGEN DIE UMWELTEXPERTEN

Was einen grünen PC ausmacht, ist auch für die Umweltexperten ein zentrales Thema. Die Naturschutzorganisation World Wide Fund (WWF) legt bei Arbeitsplatzrechnern Wert darauf, dass sie besonders leise und die Platinen weitgehend bleifrei sind. Darüber hinaus sollen sie keine bromierten Flammschutzmittel enthalten. Als einziger Rechner hat der „Scaelo Green-PC“ von Siemens-Fujitsu alle Anforderungen erfüllt. Auch die Umweltschützer von Greenpeace haben klare Vorstellungen über einen Öko-PC, der energiesparend ist, sich umweltgerecht entsorgen lässt und auf umweltbelastenden Chemikalien verzichtet. Ihr Testsieger unter den Mobilrechnern war das Sony Notebook „Vaio TZ 11“.

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