DSL-Anbieter : Leistung rauf, Preise runter

Die Komplettpakete für Internet und Telefon werden über zehn Prozent billiger. Wer bereits einen Vertrag hat, muss allerdings aufpassen beim Wechsel.

Kurt Sagatz

Die Telekom hat den Anfang gemacht, andere Anbieter wie Hansenet, Arcor und 1&1 ziehen nach: Die Preise für Doppelflatrates für Telefon und Internet geben nochmals massiv nach – und das bei immer schnelleren Verbindungen. Allerdings gilt das längst nicht für alle Kunden. Die Angebote lohnen sich nur dann, wenn sich die Unternehmen auch bei den sonstigen Kosten wie den Bereitstellungsgebühren großzügig zeigen. Bestandskunden haben dabei häufig das Nachsehen. Doch das sind nicht die einzigen Fallstricke. Bis man die zehn Prozent eingespart hat, müssen einige Hürden übersprungen werden.

TARIFE FAST AUSGEREIZT

Der Zeitpunkt zum Wechsel ist günstig: „Weitere große Sprünge nach unten sind bei den Kombi-Flatrates nicht mehr drin“, sagt Bettina Seute, Tarifexpertin vom Telekommunikationsportal Teltarif.de, dem Tagesspiegel. So hat die Telekom den Preis für das „Call & Surf Comfort“-Paket von 44,95 Euro auf 39,95 Euro monatlich für DSL 6000 gesenkt. Bei Hansenet kostet „Alice Fun“ mit DSL 16 000 ab Freitag 29,90 Euro statt zuvor 34,90 Euro. Bei Arcor kann man mit der Doppelflatrate ebenfalls fünf Euro sparen. Das „All-Inclusive-Paket“ mit DSL 2000 kostet nun 29,95 Euro. Wichtig zu wissen: Bei vielen Tarifen der Telekom-Konkurrenten handelt es sich um entbündelte Angebote, bei denen kein T-Com-Anschluss mehr benötigt wird.

NUR FÜR NEUKUNDEN?

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Von den neuen Preisen profitieren zumeist nur Neukunden. Bestandskunden der Telekom können zwar ebenfalls wechseln, zahlen dafür aber eine Gebühr von fast 60 Euro, so dass sich der Preisvorteil erst im zweiten Jahr auswirkt. Anders bei „Alice“: Nicht zuletzt wegen der monatlichen Kündbarkeit kann bei den Tarifen direkt gewechselt werden. Wie einfach der Wechsel ist, hängt davon ab, ob es sich um eine dauerhafte Preissenkung oder um zeitlich beschränkte Aktionen wie bei Telekom oder Arcor handelt, erläutert Tarifexpertin Seute.

AUF EINSCHRÄNKUNGEN ACHTEN

Bei den Kombi-Angeboten wird zwar häufig von Doppelflatrates gesprochen, einige Leistungen müssen dennoch gesondert bezahlt werden. Das gilt für Gespräche zu Sonderrufnummern, ins Ausland oder in die Mobilfunknetze. Viele Provider bieten spezielle Zubuchoptionen, um diese Kosten zu deckeln. An anderer Stelle entfallen Einsparmöglichkeiten: So sind bei einigen Anbietern Call-by-Call-Telefonate anders als bei der Telekom nicht mehr möglich.

FAIRE PREISE UND IDEALE TARIFE

Wie fair ein Tarif ist, hängt vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. So können Tarife, die zusätzlich eine Mobilfunkkarte enthalten, für Singles sehr günstig sein, während für Familien ganz andere Kriterien zählen. In jedem Fall wichtig ist, vor dem Abschluss auf den Internetseiten der Firmen nachzuprüfen, ob der Tarif überhaupt am eigenen Wohnort verfügbar ist. Das kann wie bei 1&1 auch von der Region abhängen. So steht die derzeitige Sparaktion, in der zum Beispiel für den Tarif „1&1 Surf & Phone Komplett 2000“ drei Monate lang statt 29,99 Euro nur 19,99 Euro gezahlt werden müssen, nur in den gut ausgebauten Regio-Gebieten zur Verfügung, in denen 1&1-Kunden ohnehin schon fünf Euro weniger zahlen. Auch hier hilft der Verfügbarkeitscheck um zu sehen, wie günstig man wohnt. Ist ein Umzug absehbar, sollte zudem in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nachgesehen werden, ob es ein Sonderkündigungsrecht für den Fall gibt, dass am neuen Wohnort zum Beispiel ein DSL-16000-Anschluss nicht mehr zur Verfügung steht.

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