DSL-Kombi-Tarife : Drum prüfe, wer sich lange bindet

Billiger surfen und telefonieren: Die Tarife für DSL-Telefonie-Kombipakete werden zum Teil drastisch gesenkt. Wir sagen, worauf Sie im Kleingedruckten achten müssen.

Kurt Sagatz,Pablo Silalahi
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Das Surfen im Internet wird deutlich günstiger.Foto: ddp

Die Telekommunikationsfirmen wollen es wieder einmal wissen. In diesem Monat werden die Tarife für DSL-Telefonie-Kombipakete zum Teil drastisch gesenkt. Um Neukunden für schnelles Surfen und preiswertes Telefonieren zu gewinnen oder bestehende Nutzer zum Anbieterwechsel zu bewegen, werden die Preise derzeit um bis zu fünf Euro gesenkt, was einer Ersparnis von bis zu 15 Prozent entspricht. Einige Tarifexperten gehen sogar davon aus, dass damit bei den Preisen das Ende der Abwärtsspirale erreicht ist. Doch genauso warnen die Fachleute vor Schnellschüssen. Wir sagen Ihnen, worauf im Kleingedruckten geachtet werden sollte und welche weiteren Tariffallen lauern.

DIE NEUEN T-HOME-TARIFE

DSL-Altkunden der Deutschen Telekom stellen beim Aufruf des Bereichs „Mein Anschluss“ im neuen Internet-Kundenportal unter www.t-home.de erst einmal verwundert fest, dass die gewünschten Daten nicht mehr angezeigt werden können, weil ihr Anschluss oder Tarif „seit einiger Zeit nicht mehr angeboten“ wird, wie es auf der Webseite heißt. Gemeint ist damit allerdings nur, dass seit Anfang der Woche die neuen Pauschaltarife der Telekom gelten. Gut daran: Die neuen Tarife sind um bis zu fünf Euro günstiger. Schlecht: Die Vertragslaufzeit ist mit 24 Monaten nun doppelt so lang wie zuvor. Je nach Nutzungsverhalten kann sich der Umstieg dennoch lohnen: Das teuerste Paket „Call &Surf Comfort Plus“ bietet für 49,95 Euro nun statt DSL 6000 das erheblich schnellere ADSL2+ mit 16 000 Kilobit pro Sekunde (siehe Kasten). Die Internet- und Festnetz-Flatrate gehört unverändert dazu, neu ist die Hotspot-Flatrate für die 8500 öffentlichen Internetzugänge der Telekom zum Beispiel an Flughäfen und Bahnhöfen. Die Leistungen des alten Comfort-Tarifs gibt es jetzt ab 44,95 Euro.

ALL-INCLUSIVE-PAKETE BEI ARCOR

Wie erwartet hat Arcor zum Wochenbeginn ebenfalls die Preise um einige Euro für die Doppelflatrates für DSL und Telefon samt Anschluss gesenkt – allerdings im Rahmen einer zeitlich befristeten Aktion bis zum 30. Juni. Das „All-inclusive-Paket 6000“ wird nun für 39,95 Euro statt 44,05 Euro vertrieben. Das 2000er-Paket kostet nun 34,95 Euro statt 39,05 Euro. Die Nutzung der Arcor-Tarife setzt einen kompletten Anbieterwechsel voraus, Call-by-Call ist dann nicht mehr möglich. Die Bereitstellungspauschale von 99 Euro muss derzeit nicht gezahlt werden. Die Vertragslaufzeit beträgt ebenso wie bei der Telekom 24 Monate. Wer jetzt in zeitlicher Nähe der Urlaubszeit einen neuen Vertrag abschließt, sollte berücksichtigen, dass sich die Vertragslaufzeit automatisch um ein Jahr verlängert, wenn nicht einen Monat vor Ende des bestehenden Vertragsendes gekündigt wird.

AKTIONSPREISE BEI ALICE

Auch Alice vom Telekommunikations-Anbieter Hansenet hat einen Aktionspreis aufgelegt. Für das Paket „Alice Fun“ werden statt der bislang gültigen 39,90 Euro nur noch 34,90 Euro verlangt – wenn der Vertrag bis Ende Juni abgeschlossen wird. „Alice Fun“ beinhaltet einen DSL-Anschluss mit 4000 Kilobit/Sekunde sowie einen Telefonanschluss, die Doppelflatrate erlaubt unbegrenztes Surfen und Telefonieren ins Festnetz. Im Gegensatz zu den Wettbewerbern entfällt bei Alice die Mindestlaufzeit. Der Tarif kann monatlich gekündigt werden. Eine Besonderheit gibt es allerdings für den neuen „Alice Fun“-Tarif: Für Altkunden ist ein Wechsel zu den günstigeren Konditionen nicht möglich. Neben dem „Fun“-Paket bietet Hansenet noch weitere DSL-Telefonie-Kombi-Angebote wie zum Beispiel „Alice Deluxe“, bei dem mit bis zu 16 000 Kilobit gesurft werden kann. Wie bei Arcor ist jedoch auch bei Alice ein kompletter Anbieterwechsel fällig. Call by Call ist damit dann nicht mehr möglich.

FREENET HÄLT TARIFE STABIL

Der Anbieter Freenet will trotz der jüngsten Aktion der Konkurrenz seine Preise aktuell nicht senken, so Unternehmenssprecher Jens Beeskow: „Als eines der günstigsten Unternehmen im DSL-Markt beobachten wir natürlich die Preisentwicklung der Wettbewerber. Da wir uns in einem äußerst schnelllebigen Markt bewegen, sind preisliche Veränderungen auch kurzfristig möglich.“ Allerdings betont er, dass erst kürzlich der Preis für die Doppelflatrate des „freenetKomplett“-Angebot von 19,90 Euro auf 15 Euro gesenkt wurde, unterm Strich inklusive der für den Anschluss anfallenden Gebühren werden damit 34,95 Euro im Monat fällig. Für diesen Preis bekommt man eine Download-Geschwindigkeit von 1000 Kilobit pro Sekunde. Wer mit 6000 Kilobit inklusive Doppelflatrate unterwegs sein möchte, muss für das Komplettpaket 44,95 Euro zahlen. Auch bei Freenet muss man sich bei einem Abschluss auf 24 Monate festlegen.

VERLOCKENDES ANGEBOT BEI 1 & 1

Der Provider 1 & 1 hat eine DSL-2000- Flatrate schon für 9,99 Euro im Angebot, dieser Tarif gilt bis Ende Juni. Allerdings benötigt man dafür einen Telekom-Anschluss, der noch einmal mit mindestens 16,37 Euro zu Buche schlägt. Insgesamt sind also rund 26,36 Euro im Monat fällig. Dieser Preis gilt zudem nur für die ersten drei Monate. Danach erhöht sich der Grundpreis um monatlich zehn Euro auf dann 36,36 Euro. Mindestvertragslaufzeit auch bei 1 & 1: zwei Jahre. 1 & 1 hat außerdem das Premiumpaket 4DSL im Angebot, dass neben der Flatrate für Internet und Telefon auch eine für Filme aus dem Onlineangebot des Anbieters Maxdome sowie eine Handyflatrate beinhaltet. Diese ist in den ersten drei Monaten ab 19,99 Euro zu haben. Zusammen mit einem Telekomanschluss also 36,36 Euro/Monat in den ersten drei Monaten. Danach kommen wie beim 2DSL-Tarif weitere zehn Euro dazu.

DAS FAZIT DER EXPERTEN

„Bei vielen Anbietern stehen die echten Preise nicht in der Werbung und auch nicht auf der Internet-Startseite, sondern erst am Ende des Kleingedruckten“, warnt Bettina Seute von Teltarif.de. Auch ansonsten rät die Expertin dazu, Tariffragen in Ruhe anzugehen. „Bei den aktuellen Angeboten kann man bis Ende des Monats abwarten und bis dahin prüfen, welches Angebot nicht nur geeignet, sondern auch verfügbar ist.

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