DVB-T und Co. : Fernsehen – suchen und finden

Die Belegung der Kanäle ändert sich ständig. So bleibt man bei Kabel, Satellit und DVB-T auf dem Laufenden.

Hans-Christian Roestel,Kurt Sagatz
Satellitenschüsseln
Kompliziert wird es, wenn sich die Programmplätze ändern. -Foto: dpa

Die Auswahl ist immens. Hunderte von Radio- und Fernsehsendern lassen sich auf analoge oder digitale Weise empfangen. Doch die Vielfalt hat auch Schattenseiten, denn weil die Technik immer wieder verbessert wird, bleibt es nicht aus, dass Sender ihre angestammten Programmplätze tauschen müssen, egal ob über Kabel, Satellit oder Antenne. Eine allgemein verbindliche Liste über die unzähligen Fernseh- und Radioprogramme gibt es schon lange nicht mehr. Zum Teil unterscheidet sich die Kabelbelegung sogar von Bezirk zu Bezirk. Wir haben nachgefragt, wie man am einfachsten an die benötigten Informationen gelangt.

MIT DER AUTO-SENDERSUCHE
Um die Änderungen in der Programmbelegung nachzuvollziehen und um neue Programme aufzunehmen, führt man am besten von Zeit zu Zeit einen automatischen Sendersuchlauf durch. Einige Geräte unterscheiden dabei zwischen einer Aktualisierung der Programmliste (bei der zwar Änderungen berücksichtigt und neue Programme hinzugefügt, die sonstigen Einstellungen wie die Favoriten beibehalten werden) und einer kompletten Neusuche. In manchen Fällen – wenn die Radiosender nicht gefunden werden – kann es notwendig sein, das Gerät komplett zurückzusetzen. Allerdings muss man danach zumeist auch die individuellen Einstellungen und die Favoriten erneuern.

DIGITALES ANTENNENFERNSEHEN
Im Sommer 2003 wurde in Berlin-Brandenburg als erstem Verbreitungsgebiet der Antennenempfang von der alten analogen Technik auf das moderne Digitalfernsehen DVB-T umgestellt. Mittlerweile können mit einem entsprechendem Endgerät fast 30 TV-Programme und eine staatliche Zahl von Radio-Wellen empfangen werden. Die Entscheidung über die Zulassung der Sender und die Vergabe der Frequenzen liegt bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die im Internet über die Webseite www.mabb.de zu erreichen ist. Dort befinden sich detaillierte Informationen über alle in der Region zugelassenen Programme und Sender. Die übersichtlichste Darstellung der DVB-T-Programmbelegung steht allerdings auf den Seiten der Gesellschaft zur Förderung der Rundfunkversorgung GARV auf www.garv.de unter DVB-T/Programme. Hier wird mit einer großen Übersicht gezeigt, welche Sender sich seit der letzten Änderung im September 2007 auf welchen Kanälen befinden – für TV wie auch für Radio. Auch die technischen Daten über die verschiedenen Sendestationen werden dort aufgeführt und lassen sich ebenfalls als PDF-Datei herunterladen oder ausdrucken.

RADIO UND FERNSEHEN ÜBER KABEL
Analoge oder digitale Fernseh- und Radioprogramme werden in Berlin unter anderem durch Kabel Deutschland und Telecolumbus verbreitet. Eine ausführliche Liste der Kabelanbieter für Berlin und Brandenburg mit allen Kontaktdaten stellt die MABB auf ihrer Webseite zusammen. Hier wird auch eine detaillierte Frequenzliste der verfügbaren Kabelkanäle angeboten. Sie berücksichtigt die beiden derzeitigen Breitbandanschluss-Ausbaugebiete Berlins in einer Stadtkarte. Für den jeweiligen Stadtteil kann so die aktuelle Belegung erschlossen werden. Zur Übersicht gelangt man über die Suchfunktion der Homepage (Begriff „Ausbaugebiet“). Kabel Deutschland selbst stellt verfügbare nationale und internationale TV- und Radiosender (analog/digital) in einer Broschüre zusammen, jedoch ohne Frequenzzuweisung. Die Broschüre ist auf der Webseite www.kabeldeutschland.de verfügbar: das Menü „Service und Technik“ führt über „Infomaterial“ zum Download. Analoge stadtteilgenaue Belegungen ermittelt die Option „Verfügbarkeit prüfen“ der Hauptseite. Auskünfte erteilt auch die Hotline 01805-233325 (14 Cent/Min. Festnetz, mobil abweichend). Telecolumbus bietet auf seinem Portal www.telecolumbus.de unter „Service“ eine (Stadtteil-)Frequenzsuche nach Straße und Postleitzahl an. Die Hotline für Berlin ist 01805-463688 (14 Cent/Min. Festnetz, mobil abweichend).

BILD UND TON VOM SATELLITEN
Für den Satellitenempfang spricht einerseits der niedrige Preis, denn zumindest im Moment muss neben der Installation der Schüssel und dem Kauf des Decoders nichts extra bezahlt werden. Auch die Qualität vor allem des digitalen Satellitenfernsehens DVB-S ist ein Argument für diese Empfangsart. Kompliziert wird es jedoch, wenn sich die Belegung der Transponder – so heißen die Satellitensender – ändern. Denn anders als bei Kabel und DVB-T müssen bei dieser Technik auch sehr komplizierte Parameter wie zum Beispiel die vertikale oder horizontale Ausrichtung des Transponders berücksichtigt werden. Immerhin lassen sich die Senderlisten auf einfache Weise über die Homepage des am stärksten verbreiteten Anbieters Astra unter www.astra.de über den Menüpunkt Sender und dort unter Senderlisten finden. Dort befinden sich die Listen für die analoge und digitale Übertragung der Radio- und Fernsehprogramme mit allen benötigen Detailinformationen. Sollen die Listen ausgedruckt werden, lädt man sie am besten als PDF-Datei herunter. Bequemer als die manuelle Programmierung – auf die allerdings bei älteren Analogempfängern häufig nicht verzichtet werden kann – ist jedoch erneut die automatische Sendersuche, selbst wenn danach die Favoriten neu eingerichtet werden müssen. Da den Herstellern die Komplexität des Themas bekannt ist, werden die Geräte zumeist mit den Sendern vorkonfiguriert ausgeliefert. In jedem Fall sollte beim Kauf eines neuen DVB-S-Decoders danach gefragt werden.

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