Ende der Exklusivität : Google Plus lässt jeden rein

"Kann mich jemand zu Google Plus einladen?" Im Juli war das bei Facebook eine häufige Frage. Seither hat das Interesse an Googles sozialem Netzwerk abgenommen - zumindest gefühlt. Nun hält der Internetkonzern es für massentauglich.

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Bitte anmelden. Google vernetzt seine Dienste und seine Nutzer mit Google Plus, um für Werbekunden attraktiver zu werden.
Bitte anmelden. Google vernetzt seine Dienste und seine Nutzer mit Google Plus, um für Werbekunden attraktiver zu werden.Screenshot: Tso

Ab sofort kann sich jeder beim neuen Facebook-Rivalen Google Plus registrieren. Ende Juni hatte Google sein Online-Netzwerk zunächst für eine begrenzte Nutzerzahl gestartet. Während des Feldversuchs habe man viel Feedback erhalten und so einige Verbesserungen umsetzen können, schrieb Google-Manager Vic Gundotra am Dienstag im Firmenblog.

Mit Google Plus versucht der Internetkonzern, im boomenden Segment der Sozialen Netzwerke gegenüber Facebook an Boden zu gewinnen. Allerdings ist Google noch längst nicht auf Augenhöhe: Der Rivale hat mehr als 700 Millionen aktive Nutzer. Bei Google Plus waren es im Juli zehn Millionen. Aktuellere Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass es inzwischen mehr als 25 Millionen Nutzer sind.

Fans von Google Plus heben hervor, dass sich mit dem Service Bekanntschaften und Freundschaften anders als bei Facebook kategorisieren lassen. Damit kann der Nutzer entscheiden, ob er Postings wie Textbeiträge, Bilder oder Videos im Netz allgemein, seinen Bekannten oder nur einem ausgewählten Kreis zur Verfügung stellt.

Allerdings schaut Facebook dem Treiben des Konkurrenten nicht tatenlos zu. Inzwischen hat das Unternehmen zum Beispiel mit einer besseren Sortierung der Freundeslisten nachgezogen. Auch die Chat-Funktionen sind umfangreicher geworden und ein Videochat ist zumindest angekündigt.

Zum offiziellen Start rüstet Google den Videochat Hangouts massiv auf und führt eine Suche ein. Über Hangouts können sich Mitglieder zu Videotelefonaten treffen - zu zweit oder auch in einer Gruppe. Bislang musste man dafür an einem stationären Rechner eingeloggt sein, nun bringt Google diese Funktion auf Mobiltelefone mit Android-Betriebssystem. Auch auf iPhone und iPad sei das bald möglich, so Gundotra, der bei Google für Soziale Netzwerke verantwortlich ist.

Zudem soll Hangouts künftig die Zusammenarbeit mehrerer Nutzer erleichtern. Google testet derzeit etwa die Möglichkeit, über die Funktion Fotos zu zeigen, gemeinsam Programmcode zu schreiben oder in der Google-eigenen Bürosoftware einen Text zu verfassen. Bereits jetzt ist es möglich, sich mit mehreren Nutzern zusammen Youtube-Videos anzusehen.

Eine weitere Neuerung soll die Funktion für Live-Übertragungen ins Netz aufrüsten: Mit Hangouts on Air könne man Videos öffentlich übertragen, erklärte Gundotra. Diese Möglichkeit stehe allerdings zunächst nur einer begrenzten Zahl von Nutzer zur Verfügung. Um weitere Innovationen zu fördern, hat Google mehrere Schnittstellen von Hangouts veröffentlicht. Entwickler können damit eigene Programme schreiben, die auf die Funktion zugreifen. (dpa/rtr)

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