EU-Internet-Aktionstag : Soziale Netzwerke unterzeichnen Abkommen gegen Cyber-Mobbing

Zum "Safer Internet Day" der EU unterschrieben die großen sozialen Netzwerke ein Abkommen zum Schutz von Minderjährigen. StudiVZ, Facebook, Myspace und vierzehn andere Anbieter wollen private Profile von Unter-18-Jährigen nicht mehr in der Suche anzeigen und "Alarmknöpfe" zur Meldung von Verstößen einrichten.

Minderjährige sollen in sozialen Netzwerken im Internet besser geschützt werden. 17 Betreiber von Seiten wie Facebook oder StudiVZ unterzeichneten am Dienstag ein Abkommen, das etwa den Zugang zu privaten Profilen junger Nutzer über Suchseiten erschwert, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte. Schon jedes zehnte Kind, das das Internet nutzt, stellt laut einer in Mainz vorgelegten Studie persönliche Daten online.

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Das in Luxemburg unterzeichnete und von der EU-Kommission initiierte Abkommen sieht zudem "Alarmknöpfe" beim Kontakt mit mutmaßlichen Pädophilen vor. Zudem sollen die Minderjährigen stets im Blick haben, wer ihre Einträge einsehen kann. Zu den Unterzeichnern der freiwilligen Selbstverpflichtung gehören auch das soziale Netzwerk MySpace, das Internetportal Yahoo Europa, der Suchmaschinenriese Google mit seinem Videodienst YouTube, der Softwaregigant Microsoft Europa und andere, von denen einige schon ähnliche Abmachungen in Großbritannien und den USA eingegangen sind.



60 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen sind online



Der am Dienstag in Mainz vorgelegten repräsentativen Studie "Kinder und Medien, Computer und Internet" (KIM) zufolge nutzen insgesamt 59 Prozent der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland das Internet. Jeder zehnte der jungen Internetnutzer hat nach eigenen Angaben persönliche Informationen wie die eigene E-Mail-Adresse (zwölf Prozent) oder die eigene Handynummer (drei Prozent) ins Netz gestellt.

Jeder zwölfte der sechs- bis 13-jährigen Internetnutzer ist laut der Studie schon einmal auf Seiten gestoßen, die ihm unangenehm waren oder Angst gemacht haben. Bei sieben Prozent der Kinder wissen die Eltern davon, dass ihr Nachwuchs schon einmal auf brutale, pornografische oder rechtsextreme Websites geraten ist, wie der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest mitteilte. 17 Prozent der Eltern sind sich nicht sicher. Um ihren Nachwuchs zu schützen, hat gut ein Viertel der Eltern auf dem Rechner ein Filterprogramm installiert. Für die Studie wurden 1200 Kinder und deren "Haupterzieher" befragt.

Von den Internetnutzern im Alter ab 14 Jahren stellen einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge inzwischen 23 Prozent persönliche Profile sowie Meinungen, Ideen und Bilder ins Internet. Bei den jungen Leuten im Alter bis 29 Jahren seien es sogar zwei Drittel, erklärte der Verband in Berlin. (goe/AFP)

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