Facebook-Hit : "(Hier noch Überschrift einfügen)"

Fauxpas oder Absicht? Mit der Überschrift "(Hier noch Überschrift einfügen)" macht ein Artikel der "Augsburger Allgemeinen" derzeit auf Facebook die Runde. Was steckt dahinter?

von
Sauber aufgeklärt. Meedia reagierte auch auf Facebook.
Sauber aufgeklärt. Meedia reagierte auch auf Facebook.Screenshot: Tsp

Zusammen mit dem Kommentar: "Ein Redakteur der Augsburger Allgemeinen dachte sich gestern Abend bestimmt: Irgendwas habe ich vergessen", postete das Branchenportal "Meedia" am Freitag auf Facebook einen Artikel des schwäbischen Blatts. In dessen Überschriftenzeile ist zu lesen: "(Hier noch Überschrift einfügen)". Das amüsierte die Facebook-Nutzer gleich scharenweise. Über 800-mal war der Post nach vier Stunden bereits verbreitet worden.

Dabei machten sich die Facebook-Nutzer aber nicht ausschließlich über den Augsburger Autor Wolfgang Schütz, sondern vielfach auch über "Meedia" selbst lustig. Was auf den ersten Blick wie ein Fehler in der Redaktion aussieht - wie ein klassischer Spätdienst-Albtraum -, war nämlich ein bewusst gewähltes Stilmittel. Wer die Buchrezension tatsächlich liest und nicht nur die Überschrift, erkennt das auch. Doch Hunderte Facebook-Nutzer drückten offenbar ohne zu lesen auf den "Teilen"-Knopf.

Bald nach dem Posting reagierte "Meedia" und kommentierte selbst: "Die Zeile sieht mehr wie ein interner Witz aus, der es dann doch in die Druckerpresse geschafft hat." Und weiter: "Eine Überschrift soll einen Text interessant machen. Wenn es gewollt war, dann schreckt die Headline eher ab, weil man sich automatisch über den Autoren lustig macht." Später hieß es dann: "Liebe Leute, wir haben es kapiert."

Laut Alexander Becker von "Meedia", der den Facebook-Post eingestellt hatte, fiel der Redaktion ihr eigener Fehler schnell auf. "Es ist aber nicht unsere Art, das dann zu löschen", sagte Becker.

Den Autor Wolfgang Schütz freut der Rummel um seinen Artikel: "Offenbar hat's ja funktioniert", sagte er zu Tagesspiegel.de. In der Redaktion sei am Tag vor der Veröffentlichung auch debattiert worden, ob man so etwas drucken könne.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar