Foto-Tipp : Den eigenen Stil finden

Zoomobjektive bringen viele Vorteile, weiß der Porträt- und Architekturfotograf Jack Ackenhausen. Für manche Aufgaben sind Festbrennweiten jedoch besser geeignet.

Jack Ackenhausen, Porträt- und Architekturfotograf.
Jack Ackenhausen, Porträt- und Architekturfotograf.Foto: Promo

Wie viel Zubehör braucht man wirklich? Jeder fotografische Anlass verlangt von mir einige Entscheidungen im Vorhinein. Naturfotografen haben beispielsweise beim Fotografieren von Wildtieren meist nicht die Zeit zum Objektivwechsel. Auch für Sportfotografen muss die Kamera jederzeit bereit sein. Deshalb nehmen sie den Wechsel vorweg und hängen sich entsprechend viele Kameras um. Für die meisten Hobby-Fotografen ist das keine Option. Ein Zoom-Objektiv wäre für viele Szenarien bereits eine gute Alternative. Wer dagegen auf der Straße fotografiert, sollte die Leute nicht mit großen Zoomobjektiven verschrecken. Selbst die weltbekannten Reportagefotografen haben meist Objektive mit einer festen Brennweite benutzt. Aufnahmen mit Festbrennweiten sind den „Gezoomten“ in puncto Schärfe, aber auch beim bewussten Einsatz von Unschärfe meist überlegen.

Schauen wir uns zwei typische Anlässe an: Die Reise und das Porträt. Wenn ich mit leichtem Gepäck unterwegs sein will, nehme ich entweder nur die 50-mm-Linse, das sogenannte Normalobjektiv oder aber ein Reisezoom mit. Das erste zwingt mich, näher an die Objekte heranzugehen. Ein Reisezoom lässt mich dagegen mit seiner flexiblen Brennweite bequemer agieren. Dafür sprechen die Bilder am Ende meist nicht die gleiche „Sprache“. Denn so unterschiedlich die Brennweite bei jeder Aufnahme ist, so uneinheitlich wirken später auch die Bilder der Reise.

Ein bewusst eingesetzter Blitz kann auch ein guter Effekt sein, der den Stil der eigenen Bilder prägt. Die eingebauten Blitze haben dabei mitunter eine überraschend gute Qualität, denn meist sind sie gut mit der Kamera abgestimmt. Aufsteck- und Stabblitze bringen mit den entsprechenden Akkus deutlich mehr Gewicht mit, können aber auch Licht in Szenen bringen, die sonst nur mit langen Belichtungszeiten und Stativ zu fotografieren wären. Je nach Preisklasse kann ich den Blitz schwenken und drehen, so dass ich auch indirekt blitze. Das heißt, ich blitze die Decke oder eine Wand an und erhelle über die Reflektion den Raum. Dadurch vermeidet man die harten Schatten, die ein Blitz üblicher Weise hervorruft. Das Licht wirkt weicher.

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