Gadgets : Der Stift, der nichts vergisst

Der Smartpen Echo von Livescribe macht sich im Hörsaal und in Seminaren bezahlt.

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Wie praktisch wäre es, in einer Vorlesung nicht jedes Wort, sondern nur Stichpunkte zu notieren? Später, zu Hause lässt man sich die Passagen noch einmal zielgerichtet vorspielen. Möglich macht dies der Echo Smartpen von Livescribe. Dabei handelt es sich um einen eleganten schwarzen Schreibstift, der vor allem dadurch auffällt, dass er deutlich dicker ist als herkömmliche Kugelschreiber. Das wiederum liegt an der eingebauten Elektronik, denn der Smartpen führt genau Protokoll darüber, was mit ihm aufgeschrieben wird.

Unten im Stift befindet sich eine kleine Kamera. Wird der Stift über das Spezialpapier geführt – das man entweder fertig konfektioniert kauft oder sich mit einem Laserdrucker selbst ausdruckt – speichert der Stift diese Notizen. Zugleich zeichnet ein kleines Mikrofon alles auf, was gesprochen wird. Notizen und Audiodateien lassen sich später über das mitgelieferte Synchronisationskabel auf einen Computer übertragen. Zum Abhören reicht es aus, zum gewünschten Stichwort zu gehen, um sich die Passage vorlesen zu lassen, entweder direkt mit dem Stift oder am Computer.

Allerdings hat dieses System seine Grenzen. Auf kurze Distanz aufgenommen sind die Aufzeichnungen zwar gut verständlich. In größeren Räumen mit vielen Störgeräuschen wie beispielsweise quasselnden Kommilitonen ist die Aufzeichnung nur mit einem Kopfhörer bei konzentriertem Zuhören zu verstehen. Zudem ist das Aufzeichnen nicht überall erlaubt. Längst nicht alle Lehrer schätzen es, wenn ihre Worte elektronisch verewigt werden. Und auch in einem Meeting sollte man sich vergewissern, dass alle mit der Aufzeichnung einverstanden sind.

Im Internetshop von Livescribe gibt es zusätzliche Apps, mit denen der Funktionsumfang des Stifts erweitert werden kann. Der Echo Smartpen mit seinem Acht-Gigabyte-Speicher kostet gut 200 Euro, für das Spezialpapier (22 Euro für vier Notizbücher mit je 100 Seiten) fallen zusätzliche Kosten an. Kurt Sagatz

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