Game-Test : Würdiger Abschluss der Batman-Trilogie

In „Batman: Arkham Knight“ tritt der Dunkle Ritter noch einmal gegen das Böse an. Das Action-Abenteuer überzeugt mit einer riesigen, detaillierten Spielwelt. Auch das Batmobil kommt erstmals richtig zum Einsatz.

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Gleich mehrere Schurken bedrohen diesmal Gotham City. Höchste Zeit also für den Auftritt von Batman.
Gleich mehrere Schurken bedrohen diesmal Gotham City. Höchste Zeit also für den Auftritt von Batman.Screenshot: Warner Bros. Entertainment

Es gibt in diesem Spiel wunderbare Momente der Freiheit. Etwa dann, wenn Batman auf der Spitze des Wayne Tower sitzt und den Blick über das riesige Gotham City schweifen lässt, dessen Straßenschluchten von bunter Neonwerbung beleuchtet werden. Wenn Batman sich dann abstößt, elegant durch die Lüfte schwebt und mit der Enterhaken-Pistole Schwung für einen weiteren Gleitflug holt. In dem Action-Titel „Batman: Arkham Knight“ (PS4, Xbox One, PC) dürfen sich Spieler ganz wie der Dunkle Ritter fühlen. Und zum Abschluss der Arkham-Trilogie erstmals ausgiebig das Batmobil nutzen.

Ein Dreivierteljahr nach den Ereignissen von „Arkham City“ scheint die Stadt Gotham so sicher wie nie zuvor. Doch dann verübt Bösewicht Scarecrow einen Giftgasanschlag auf ein Schnellrestaurant, die Opfer halluzinieren und durchleben dabei ihre schlimmsten Ängste. Scarecrow droht, die Stadt mit dem Angstgift zu verseuchen, daraufhin wird Gotham City evakuiert. Batman will die Giftgasproduktion stoppen, stößt dabei aber auf einen weiteren Gegner, den Arkham Knight. Der mysteriöse Unbekannte besetzt mit seinem Söldnerheer die gesamte Stadt – und will Batman an den Kragen.

„Batman: Arkham Knight“ kommt gewalttätig daher und ist auch erst ab 16 Jahren freigeben. Doch die offene Spielwelt gehört zum Beeindruckendsten, was es derzeit bei Games gibt. Das Stadtgebiet ist auf drei Inseln und zahlreiche Bezirke verteilt, die der Spieler frei erkunden kann: Die verwinkelte Architektur vieler Gebäude lädt zu ausgedehnten Flugtouren ein. Als stiller Jäger kreist Batman über schwerbewachtem Gelände, lauert auf Dächern oder in Lüftungsschächten, um Söldner gezielt auszuschalten. Dabei helfen Gadgets wie Batclaw, Batarang, Explosivgel oder der Detektivmodus, der Feinde und wichtige Gegenstände auch durch Wände hindurch sichtbar macht. Statt listig zu schleichen, können Spieler auch brachial vorgehen und sich durch Feindeshorden prügeln – teils im Duett mit Verbündeten wie Catwoman oder Nightwing. Die Gewaltdarstellungen rechtfertigen die USK-16-Einstufung zweifellos.

Als wichtigstes Werkzeug erweist sich das Batmobil, viele Missionen sind nur mit dem bulligen Fahrzeug zu schaffen. Beim Batmobil kann man zwischen zwei Modi hin- und herschalten: dem „Verfolgungsmodus“ und dem „Kampfmodus“. Im „Verfolgungsmodus“ hilft das Fahrzeug, möglichst schnell von A nach B zu kommen, Verbrechensopfer zu transportieren und Verbrecher zu jagen. Im „Kampfmodus“ verwandelt sich das Batmobil in einen Panzer, der selbst auf engstem Raum manövrierfähig bleibt. Die tumben Schusswechsel mit den Panzerdrohnen des Arkham Knight werden auf Dauer aber ziemlich langweilig – und passen auch nicht wirklich zum eleganten Jäger Batman. Weitaus besser kommt das Batmobil als Rätselhelfer zur Geltung: Mit einer abschießbaren Seilwinde hakt es sich in Türen und Wänden fest, reißt diese ein und räumt so neue Wege frei; Metallplanken verbiegt es zu Sprungschanzen, um höhere Plattformen zu erreichen. Praktischerweise kann Batman sein Auto auch fernsteuern, dadurch lassen sich komplexere Rätsel mit verteilten Rollen lösen.

Das vielfältig einsetzbare Batmobil.
Das vielfältig einsetzbare Batmobil.Screenshot: Warner Bros. Entertainment

Es ist dem Entwicklerstudio Rocksteady hoch anzurechnen, dass es das altbekannte Spielprinzip auflockert. Besonders die Panzerschlachten entwickeln aber auf Dauer eine unangenehme Penetranz. Der ständige Batmobil-Einsatz schmälert zudem das Gefühl von Freiheit, das man als fliegender Batman in Gotham City genießt. Abgesehen davon ist die Handlung – von der hier nichts verraten werden soll – aller Ehren wert: Es gibt tolle Plot-Twists – und auch Figuren wie Commissioner Gordon und seine Tochter Oracle sind eindrucksvoll charakterisiert.

„Arkham Knight“ ist das beste Spiel der Batman-Trilogie – und ihr würdiger Abschluss. Probleme gibt es allerdings derzeit mit der PC-Fassung des Spiels: Viele Käufer berichten von massiven Einbrüchen der Bildwiederholrate. Der Publisher hat den Digitalverkauf der PC-Version nun sogar vorübergehend gestoppt (Stand: 25.6.), bis das Problem durch einen Software-Patch behoben ist.

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