Gedenken : Virtuelle Menschenkette für Opfer von Oslo und Utöya

Auf der Webseite der norwegischen Zeitung VG gibt es eine virtuelle Menschenkette, in die sich jeder einreihen kann. Fast 350.000 Menschen haben schon mitgemacht.

Hände halten für die Opfer: virtuelle Menschenkette auf VG Nett.
Hände halten für die Opfer: virtuelle Menschenkette auf VG Nett.Foto: Screenshot

"Haltet zusammen - fasst Euch an den Händen!" Mit diesem Aufruf hat die norwegische Zeitung VG nach den Anschlägen von Oslo und Utöya auf ihrer Webseite eine virtuelle Menschenkette eingerichtet. Mit einem Klick kann dort jeder eine blaue Figur erstellen und damit seine Anteilnahme für die Opfer der Anschläge ausdrücken. Name, Herkunftsland und Alter können in eine Maske eingetragen werden und werden dann auf der personalisierten Figur angezeigt. Anschließend reiht sich die Figur in Frauen- oder Männergestalt in die Menschenkette ein. Ein Tagesspiegel.de-User machte per Kommentar auf diese Aktion aufmerksam.

Gegen 18 Uhr am Sonntag hatten bereits fast 350.000 Menschen bei der virtuellen Menschenkette mitgemacht. Pro Minute stellten zwischen 200 und 300 Internetnutzer ihr Figürchen in der Reihe auf.

Die Idee zur Menschenkette hatte eine Leserin der Zeitung, erzählte eine Mitarbeiterin von VG im Gespräch mit Tagesspiegel.de. "Sie hat uns gefragt, ob wir so etwas einrichten können und wir fanden, dass das eine gute Idee ist." Anschließend hätten Mitarbeiter der Zeitung das Programm innerhalb eines Tages entwickelt. "Wir wollten unseren Lesern damit die Möglichkeit geben, ihre Gefühle auszudrücken und zusammen zu stehen."

Auch die Redaktion der Zeitung im Zentrum von Oslo wurde am Freitag von der Bombenexplosion im Regierungsviertel erschüttert. Fensterscheiben gingen zu Bruch und Teile des Hauses wurden zerstört. Das Gebäude wurde zeitweise evakuiert.

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