Geräte für die Generation 60plus : Große Tasten und lesbare Schrift

Mit Telefonen wie "Katharina, das Große“ oder den "Simplico“-PCs ist Technik keine Frage des Alters

Kurt Sagatz,Pablo Silalahi

„Mir geht es gut, ich wollte nur mal wieder von mir hören lassen“ – und zwar nicht nur über das gewohnte Telefon, sondern auch von unterwegs mit dem Handy oder mit Hilfe des Computers. Die Nutzung elektronischer Geräte ist längst keine Frage des Alters mehr. Die Generation 50plus interessiert sich besonders für die neuen Möglichkeiten. Die Gerätehersteller haben sich auf diesen Trend eingestellt, wie die Beispiele in unserem Beitrag zeigen.


Ein Handy auch fürs hohe Alter

Das wohl bekannteste Seniorenhandy heißt „Katharina, das Große“. Es stammt von der Firma Fitage und ähnelt einer Fernbedienung aus den 80er Jahren. Mit „Katharina“ kann man nicht nur telefonieren, auch eine Adressbuch-Funktion gibt es und die Möglichkeit, SMS zu versenden. Wie bei einem „richtigen“ Handy also, nur Kamera oder MP3-Player sucht man vergeblich. Dafür ist es ganz besonders auf die Zielgruppe zugeschnitten. Das Handy kann Ziffern und Buchstaben in einer Größe bis zu 18 Millimetern darstellen. außerdem ist es so geprüft, dass es bei Nutzern mit Hörgeräten keine Störungen in Verbindung mit der Antenne gibt. In diesem Jahr kommt „Katharinas“ Nachfolger mit dem Namen „Big Easy 2“ auf den Markt. Das 300 Euro teure Gerät soll schicker sein als der klobige Vorgänger und auch ergonomischer gestaltet. Neu ist die Freisprecheinrichtung. Für Peter Knopp von der Internetplattform Seniorenportal.de ist ein Gerät wie „Big Easy2“ aber erst für Personen ab 70 Jahren geeignet.


Ältere Handys als Alternative

Jüngeren Senioren empfiehlt Experte Knopp Mobiltelefone, die vor drei bis vier Jahren auf den Markt kamen, wie das Nokia 2310 oder 3310. Im Gegensatz zu den aktuellsten Modellen seien diese einfacher zu bedienen, da sie nicht mit den neustem technischen Raffinessen ausgestattet wurden. Bei ihnen ging es noch um die „Kernkompetenzen“, also um einfaches Telefonieren und den SMS-Versand. Außerdem wurden die Geräte dieser Generation nach Aussage des Experten noch mit länger haltenden Akku ausgestattet. Von einem Handy-Vertrag rät Knopp älteren Menschen übrigens ab. „Senioren sind meist Wenigtelefonierer. Da ist eine Prepaid-Karte die beste Wahl“, so Knopp.


Keine Experimente beim Computer

Großes Interesse haben ältere Menschen aber auch am Computer. Nach einer Studie der Internetplattform Feierabend.de haben sich 49,2 Prozent der Menschen über 50 den Umgang mit dem Internet sogar selbst beigebracht. Für Menschen, die nicht so experimentierfreudig sind, bietet Seniorenportal.de Kurse zur richtigen Computernutzung an, so Peter Knopp. Dort lernt man auch, dass man bei der Software auf Experimente verzichten sollte. Das gilt auch für die Wahl des Betriebssystem, wo es derzeit noch vernünftiger ist, mit Windows Vista bis zum ersten Service-Paket zu warten.Bei Anwendungsprogrammen sollten Standardlösungen bevorzugt werden. Kommt es zu Problemen, gibt es zu ihnen weitere Literatur wie die Ratgeber-Reihe von „Computer Bild“ oder die neue Reihe „Auf einen Blick“ von Microsoft-Press mit seiner reichhaltigen Bebilderung. Zudem findet man bei Standardprogrammen eher Hilfe im Freundes- und Bekanntenkreis.


Ein PC speziell für ältere Nutzer

Spezielle PCs für ältere Menschen, die mit Computertechnik noch wenig Berührungspunkte hatten, gibt es bislang kaum. Eine der wenigen Ausnahmen ist der „Simplico“-PC von Fujitsu-Siemens. Das rund 900 Euro teure Gerät besteht aus einem komplett vorkonfiguriertem Scaelo-Computer, der über eine spezielle Tastatur verfügt. Das Farbschema der Funktionstasten entspricht der Unterteilung der Bildschirmoberfläche in verschiedene Nutzungsarten wie Büro & Organisation, Internet & E-Mail, Hobby & Freizeit sowie Spaß & Spiel. Spezielle Schriften sollen die Lesbarkeit verbessern. Zum Konzept gehört ferner ein Rundum-Service unter anderem mit einem Gutschein für eine Vorort-Installation und Erläuterung der Grundfunktionen daheim. So sinnvoll der „Simplico“-PC für unerfahrene Nutzer sein kann, in den meisten Fällen kommen auch ältere Menschen nach den Erfahrungen von Experte Knopp mit handelsüblichen Computern gut zurecht. Einen Tipp hat er auch für diese Gruppe: Beim Kauf eines neuen Monitors sollte darauf geachtet werden, ob die Schrift auch bei höherer Auflösung gut lesbar ist. Mitunter ist es bei Flachbildschirmen sinnvoller, statt eines 19-Zollers lieber einen kleineren 17-Zoll-Monitor zu nutzen, weil die Schrift dann besser zu lesen ist. Wichtig dafür: Der LCD-Monitor sollte in der Standardauflösung begutachtet werden.

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