Gewußt wie : Software muss nicht teuer sein

Für Schüler, Studenten, Auszubildende: Viele Hersteller bieten Rabatte bei populären Computerprogrammen und Hardware an.

Maximilian von Demandowsky
Computerprogramme Foto: dpa
Das ständig aktualisierte Software Angebot ist in der Neuanschaffung beim Händler ziemlich teuer. -Foto: dpa

„Das kann ich mir einfach nicht leisten!“ Lars Uhlmann schüttelt den Kopf, seine Augen blicken enttäuscht auf ein nagelneues Software-Paket aus dem Hause Adobe. Der Informatikstudent an der Technischen Universität ist zwar bereit, seine alten Grafikanwendungen mit einer aktuellen Version der „Creative Suite 3“ aufzurüsten. Aber dafür 3500 Euro für die Master Collection zu zahlen, das übersteigt sein Budget um ein Vielfaches. Aber es muss ja nicht gleich die Expertenversion sein, viele Software-Hersteller locken mit Rabattangeboten für Schüler und Studenten, auch im unteren Preisbereich, mitunter nur mit geringen Einschränkungen beim Funktionsumfang. Hintergrund ist nicht etwa ein tieferes Verständnis für die finanziellen Engpässe mancher Jungakademiker, sondern eine einfache Verkaufsstrategie. Schon früh, so das Kalkül der Hersteller, sollen die Weichen für Kaufentscheidungen von morgen gestellt werden. Tobias Weidemann, Software-Redakteur bei der Zeitschrift „PC Welt“: „Hersteller wie Adobe haben ein klares Interesse, dass bestimmte Software-Kenntnisse wie zum Beispiel das Grafikprogramm Photoshop auch im späteren Job angewendet werden.“


WER IST ANGESPROCHEN?

Gut zu wissen: weitaus mehr Berufsgruppen, als nur Schüler und Studenten können von den Vergünstigungen der Hersteller profitieren. Man muss nur bereit sein, etwas für die Weiterbildung zu tun. Michael Kneier, Geschäftsführer des Internetversandhandels Cobra Vertrieb für Forschung & Lehre in Konstanz, kann durch Rahmenverträge mit den Herstellern vergünstigte Software anbieten und kooperiert mit den Volkshochschulen: „Wir haben Angebote für Schüler, Studenten, Hochschulangehörige und für Angehörige der Erwachsenenbildung. Die Teilnehmer reichen von den Volkshochschulen bis hin zu den Bildungseinrichtungen des deutschen Handwerks.“ Wer also immer schon mal wissen wollte, wie bequem sich Tabellen mit dem Programm Excel erstellen lassen oder noch Kenntnisse in Word benötigt, der kann sich für einen Volkshochschulkurs einschreiben und erhält mit einer Teilnahmebestätigung auch die Software günstiger.


WIE VIEL KANN GESPART WERDEN?

Jeder Hersteller hat unterschiedliche Modelle für Rabatte. Adobe bietet die Grafiksammlung „Creative Suite 3“ mit den Klassikern Photoshop, Illustrator und Acrobat sowohl für Studierende als auch für Lehrer und Dozenten zu deutlich reduzierten Preisen an: Während die „Creative Suite Master Collection“ regulär 3568 Euro kostet, dazu das Upgrade noch 2021 Euro, erhalten Lehrer und Dozenten eine gering abgespeckte Version bereits für 1188 Euro, Studenten für nur 593 Euro.

In jeden Fall ist für solche Vergünstigungen der Nachweis des akademischen Status notwendig. Auch Teilnehmer von Volkshochschulkursen können an diesem Programm teilnehmen. Der Software-Gigant Microsoft lässt sich ebenfalls nicht lumpen. Daniel Pressel von der Computerabteilung in der Karstadt- Filiale am Berliner Hermannplatz: „Microsoft bietet eine Home-Office- und Student-Version an, bei dem man die populären Textverarbeitungsprogramme Excel, Word und Powerpoint für nur 149 Euro bekommt“. Allein das Update-Paket für Office 2003 kostet schon 359 Euro, ganz zu schweigen von der Vollversion (599 Euro). Das Kaufhaus Media-Markt bietet ebenfalls ein Komplettpaket für Schüler, Studenten und Lehrkräfte an, mit Word, Excel, Powerpoint, Access und Outlook für 139 Euro ( „Office in the Box 2007“). „Rabatte für Software von 60 bis 80 Prozent sind durchaus üblich“, sagt Michael Kneier vom Internetversandhandel.


WIE GENAU WIRD GEPRÜFT?

Eigentlich könnte hier jeder kommen: Nicht immer braucht man beim Kauf einer rabattierten Software sogleich einen Nachweis als „Berechtigter“ vorzulegen. Meistens verlangen die Hersteller erst bei der Registrierung der Software eine entsprechende Legitimation. So fordert Microsoft zur Aktivierung von „Office in the Box 2007“ erst bei der Installation auf: mittels Eingabe des speziellen Produktschlüssels. Diesen erhält man mit einem entsprechenden Nachweis per Post. Zusätzlich ist noch eine Produktaktivierung per Telefon oder über das Internet erforderlich. In der Regel handelt es sich bei den vergünstigten Produkten um die gleichen Inhalte wie bei den regulären Versionen: mit geringen bis gar keinen Einschränkungen im Funktionsumfang. Allerdings sind die Lizenzen in der Regel nur auf den privaten Bereich beschränkt (siehe auch Kasten).


GIBT ES AUCH COMPUTER BILLIGER?

Auch Hersteller von Computern bieten ihre Hardware zum reduzierten Preis an. So unterhält beispielsweise der taiwanesische Hardwarehersteller Asus ein Programm, bei dem Schüler, Studenten und Lehrkräfte, Notebooks zu Sonderkonditionen bei ausgewählten Fachhändlern kaufen können. Ein Schülerausweis oder eine Immatrikulationsbescheinigung genügen. Diese Sonderkonditionen dürfen allerdings lediglich einmal pro Jahr in Anspruch genommen werden. Auch der Computerhersteller Apple bietet beim Programm „Apple on Campus“ spezielle Preise und Rabatte für Schüler, Studenten und Lehrkräfte. Mindestalter: 18 Jahre.


Internetadressen für Rabatte:

www.asus.de

www.apple.com/de/education

www.cobra-shop.de

www.educheck.de

www.cotec.de

www.journeyed.de

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