Digital : Google liest doch nicht alle Mails Fachzeitschrift „c’t“ untersucht IT-Mythen

Viele Computermythen sind falsch oder vom technischen Fortschritt überholt worden. Darauf weist die Fachzeitschrift „c’t“ hin, die zahlreiche „Weisheiten“ selbst ernannter Experten auf den Prüfstand gestellt hat. So müssen Festplatten zum Beispiel nicht regelmäßig defragmentiert werden. Die Zusammenfassung und Sortierung der Daten bringe nur in Einzelfällen Geschwindigkeitsvorteile, so die Experten. Moderne SSD-Speicher sortieren ihren Platz ohnehin anders.

Ebenso falsch ist es, dass Google alle G-Mail-Briefe im Klartext liest. Es findet nur ein Stichwortabgleich statt. Andernfalls würde der Spamfilter nicht funktionieren.Anders sieht es aus, wenn ein Android-Smartphone mit dem Assistenten Google Now benutzt wird. Wird hier dem Einsatz von G-Mail-Karten zugestimmt, durchsucht der Dienst E-Mails beispielsweise nach Boarding-Pässen oder ermittelt anhand des Flughafencodes die Route zum Terminal.

Ein weiterer Mythos besagt, dass man durch das Löschen von Cookies im Webbrowser nicht mehr von der Werbeindustrie ausspioniert werden kann. So leicht ist das allerdings den Angaben nach nicht. Mittlerweile gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, Daten über das Nutzungsverhalten im Internet zu sammeln. So kann beispielsweise über die Kombination aus Betriebssystem, Webbrowser, Plug-ins für den Browser und den installierten Schriften ein relativ eindeutiger Fingerabdruck eines Computers erstellt werden. Die Cookies zu löschen, kann das nicht verhindern.

Richtig ist allerdings, dass PCs mit der Zeit und der Anzahl der installierten Programme immer langsamer hochfahren. Eine jährliche Neuinstallation ist aber nicht nötig. Oft reiche es schon aus, die Anzahl der Programme zu reduzieren, die schon beim Hochfahren im Autostart geladen werden. dpa

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