Google-Zahlung an Apple : Eine Milliarde für Platz auf iPhone-Displays

Die wohl teuerste Fläche der Welt befindet sich auf den iPhones. Google zahlte dem Konkurrenten offenbar eine Milliarde, damit seine Suchleiste auf den Smartphones von Apple erscheint.

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Apple-Chef Tim Cook präsentierte in San Francisco die neuen iPhones 6S und 6S Plus. Sie gibt es nun auch im Farbton Roségold.
Apple-Chef Tim Cook präsentierte in San Francisco die neuen iPhones 6S und 6S Plus. Sie gibt es nun auch im Farbton Roségold.Foto: AFP

Unscheinbarer könnte die teuerste Fläche der Welt kaum sein. Wird auf einem iPhone der Safari-Browser geöffnet, befindet sich oben eine kleine, nur wenige Pixel große Suchleiste. Gibt man dort eine Anfrage in Auftrag, öffnet sich wenig später die Trefferliste von Google. Für dieses Privileg hat Google seinem Konkurrenten (Googles Android-Phones liegen gemessen in Marktanteilen weit vor Apples Smartphones) offenbar eine Milliarde Dollar bezahlt. Das ergibt sich aus Unterlagen eines Gerichtsprozesses zwischen dem US-Softwareunternehmen Oracle und Google, in denen auch der geheime Milliardendeal zwischen dem Suchmaschinenriesen und Apple behandelt wird. Vertreter von Apple und Google lehnten es allerdings ab, vor Gericht zu der Zahl Stellung zu nehmen.

Wie der US-Finanzdienst Bloomberg berichtet, soll es zudem eine Vereinbarung zwischen Google und Apple gegeben haben, wie sich die beiden Unternehmen die Erlöse teilen, die über die Suchleiste auf den iPhones generiert wurden. Zahlen dazu wurden allerdings von den Oracle-Anwälten nicht genannt. Im Verlauf des Prozesses hatten diese allerdings noch andere Daten von Google offengelegt. Demnach hat Google mit dem mobilen Betriebssystem seit dem Start in 2008 eine Umsatz in Höhe von 31 Milliarden Dollar gemacht und dabei einen Gewinn von 22 Milliarden Dollar erzielt. Dabei handelte es sich um Werbeeinahmen und Gewinne aus dem Google Play Store.

Google soll Java-Code unberechtigt genutzt haben

Google und Oracle streiten seit 2010 vor Gericht. Oracle wirft Google vor, während der Entwicklung von Android – dem inzwischen führenden mobilen Betriebssystem – seinen Java-Code genutzt zu haben – ohne dafür zu zahlen. Die Angaben über Googles Finanzen sollen dem Gericht dabei helfen, die Höhe der eventuell fällig werdenden Entschädigung festzulegen.

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