Hintergrund : Isharegossip.com unter Druck

Isharegossip.com garantiert ihren Benutzern absolute Anonymität. Dies nutzen Schüler für Mobbing und um Gerüchte zu verbreiten. Nun wurde dort eine Amokdrohung veröffentlicht.

Lisa-Sophie Meyer

Noch mehr als ohnehin schon steht die Gerüchteplattform isharegossip.com nun unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass die Amokdrohung für das Zehlendorfer Schadow-Gymnasium dort veröffentlicht wurde. Schon seit Monaten sieht sich die Website harscher Kritik ausgesetzt.

Die Seite garantiert ihren Benutzern absolute Anonymität und ermutigt sie, Gerüchte aus ihrer jeweiligen Schule zu verbreiten. Durch eine genaue Aufschlüsselung nach Bundesländern und Landkreisen kann dort jeder seine Schule finden und, sollte sie noch nicht im System erfasst sein, die Administratoren der Seite darauf hinweisen, sie aufzunehmen. Die dort stattfindenden Diskussionen bewegen sich zumeist auf einem sehr niedrigen Niveau und arten an vielen Stellen zu gezieltem Mobbing bestimmter Schüler aus, da die Denunzianten sich durch die Anonymität der Seite sicher fühlen.

So sah sich auch der Nutzer von isharegossip.com geschützt, der am Sonntagabend einen Amoklauf am Schadow-Gymnasium in Zehlendorf ankündigte. Mittlerweile findet man diese Nachricht dort nicht mehr, jedoch verbreitete sie sich im Laufe des Sonntagabends in rasanter Geschwindigkeit: über die Seite führte der Weg direkt zu Facebook.

Hier warnten die Schüler des Schadow-Gymnasiums ihre Mitschüler ausdrücklich davor, am nächsten Tag in die Schule zu gehen. Diese Warnungen scheinen gewirkt zu haben: am Montagmorgen fanden sich nur knappe 10% der Schüler zum Unterricht ein, und auch die Entwarnung der polizeilichen Ermittler im Laufe des Vormittags schaffte es nicht, die Angst der Schüler einzudämmen. Das Vertrauen in die Gemeinschaft des sozialen Netzwerks wiegt offensichtlich schwerer als die Aussagen der Polizei.

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