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Ifa-Trends : Samsungs Smartphone-Uhr vor Apples iWatch

Gebogene Ultra-HD-Fernseher, Windows-Tablets, smarte Uhren und neue Spekulationen um Apples iWatch: Das sind die Trends der Ifa 2014

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Die Smartwatch Gear S (li.) ist die erste Computeruhr von Samsung, mit der man auch telefonieren kann.
Die Smartwatch Gear S ist die erste Computeruhr von Samsung, mit der man auch telefonieren kann.Foto: Promo

Bei Samsung wollte man nicht bis zum Start der Ifa in Berlin (5. bis 10. September) warten. Ihre erste Smart-Watch mit eingebautem Mobilfunkanschluss kündigten die Koreaner bereits jetzt an. Gerade um die Wearables, also die digitalen Geräte, die am Körper getragen werden, ist ein gnadenloser Wettbewerb entbrannt. Vom Fitness-Armband bis zur Multifunktions-Computeruhr reicht das Spektrum, das auf der Ifa vorgestellt wird.

DIREKT AM KÖRPER: WEARABLES

Die neue Samsung-Computeruhr Gear S wird für viele Funktionen ohne die bisher notwendige Anbindung an ein Smartphone auskommen können. Der eingebaute UMTS-Chip soll unter anderem Benachrichtigungen übermitteln oder den Kalender synchronisieren, auch wenn das Handy nicht in Reichweite ist. Außerdem kann man direkt über das Gerät am Handgelenk telefonieren. Die neue Datenuhr soll im Oktober in den Handel kommen.

Die Ankündigung war eigentlich auf der Ifa erwartet worden. Am Mittwoch hatten sich jedoch die Hinweise verdichtet, dass Apple am 9. September nicht nur das nächste iPhone, sondern auch die seit langem erwartete Computer-Uhr vorstellen könnte. Im Fokus der iWatch – wie das Produkt in Branchenkreisen bereits genannt wird – sollen Fitness-Anwendungen liegen. Von Apple werden für Herbst größere iPhones und neue iPad-Modelle erwartet. Seit Donnerstag verschickt Apple die Einladungen für die Produktpräsentation. Worum es sich handeln wird, dass lässt das Unternehmen dieses Mal aber komplett offen.
Rivale LG präsentierte ebenfalls in der Nacht zum Donnerstag sein neues Modell G Watch R mit rundem Bildschirm. Die Smartwatch von LG ähnelt einer gewöhnlichen Uhr. Sie ist aber ein Mini-Computer, der von Android Wear angetrieben wird. Im Gegensatz zum neuen Samsung-Modell braucht sie zum Internet-Zugang die Verbindung zu einem Smartphone. Die G Watch R soll bis Jahresende in den Handel kommen, wie LG ankündigte.

Sony zeigt mit dem Bravia S90 (Mitte) einen Ultra-HD-Fernseher mit gekrümmtem LCD-Display.
Sony zeigt mit dem Bravia S90 (Mitte) einen Ultra-HD-Fernseher mit gekrümmtem LCD-Display.Foto: Promo

ULTRASCHARF UND GEBOGEN

Bei den Fernsehgeräten steht Ultra-HD beziehungsweise die 4k-Technologie im Mittelpunkt. Das Bild der neuen Fernseher ist dabei viermal so scharf wie beim bisherigen HD-Standard. Als Hingucker dürften sich dabei besonders die TV-Geräte mit gebogenem Display erweisen, die es inzwischen nicht nur mit OLED-Technik, sondern auch als preiswertere LCD-Varianten wie von Sony gibt. LG und Samsung hatten bereits zum Jahresauftakt auf der CES in Las Vegas OLED-Modelle präsentiert, deren Monitor sich auf Knopfdruck krümmt. Sony zeigt in Halle 20 einen 4k-Curved-TV in LCD-Technik. Die superscharfen Ultra-HD-Fernseher nutzen allerdings wenig ohne die nötigen Inhalte. Der Streaming-Dienst Netflix, der Mitte September in Deutschland startet, hat bereits erste 4k-Videos im Angebot. Auf der Ifa werden die nötigen Streaming-Boxen vorgestellt.

SMART HOME VERNETZT ALLES

Für die Vernetzung des digitalen Zuhauses müssen keine Kabel verlegt werden. Der neueste W-Lan-Standard AC oder der verbesserte Datendurchsatz von PowerLine über die Steckdose machen auch bei der Übertragung mehrerer Videostreams nicht schlapp. Die Firma Devolo koppelt beide Techniken in einem Produkt, dem dLAN 1200+ WiFi ac. Von AVM aus Berlin (Halle 17, Stand 119) stammt ein W-Lan-Repeater, der digitale Kabelsender über einen eingebauten Tuner ins Netzwerk streamen kann. Das Gerät (100 Euro) unterstützt den AC-Standard. Das TV-Signal steht sowohl dem Fernseher als auch anderen Endgeräten wie PC oder Tablet zur Verfügung. Die Lösung von DVBlogic setzt auf einen bestehenden Netzwerkspeicher NAS auf, in den TV-Signale von Kabel, Satellit oder DVB-T eingespeist werden können. Auch unterwegs kann auf den Stream zugegriffen werden. (Halle 11.1, Stand SU12)

Am Intel-Stand kann das Microsoft Surface Pro 3 ausprobiert werden.
Am Intel-Stand kann das Microsoft Surface Pro 3 ausprobiert werden.Foto: Promo

NEUE TABLETS UND 3-D-DRUCKER

Neben den Bildschirmen am Handgelenk und den Großformat-TVs werden in Berlin Neuheiten aus dem Tablet-Bereich vorgestellt. Das neue Windows-Tablet Surface Pro 3 (wir hatten in einem Test darüber berichtet) kann am Stand von Intel in Halle 16 ausprobiert werden. Im Gegensatz zum iPad oder den vielen unterschiedlichen Android-Tablets läuft das Surface mit einem vollwertigen Windows 8.1, so dass vor allem Business-Nutzer ohne Medienbrüche unterwegs arbeiten können. TrekStor stellt mit dem SurfTab wintron 10.1 zudem ein Windows-Tablet in der Einstiegsklasse vor. Auch andere Computertechnik wird gezeigt, wie zum Beispiel ein 3-D-Drucker von XYZprinting, der für unter 600 Euro in den Handel kommt (Halle 25, Stand 150).

VOM SMARTPHONE AUF DIE ANLAGE

LG hat mit dem „LG Music Flow“ ein eigenes drahtloses Multi-Room-Soundsystem angekündigt. Die Modellreihe besteht aus drei verschiedenen Lautsprechern, einer Soundbar und einer Netzwerkbrücke, die untereinander per Funk verbunden, aber auch einzeln genutzt werden können. So kann Musik aus der gleichen Quelle in mehrere Räume übertragen werden. Über die Music-Flow-App lassen sich die einzelnen Boxen ansteuern und die Musikbibliothek verwalten, die auch über mehrere im Netzwerk zusammengeschlossene Geräte verteilt sein kann. Per Smartphone-Kopplung können Nutzer auch automatisch die Musik vom Kopfhörer auf die Lautsprecher umstellen, wenn sie die Wohnung betreten. Über einen Smartphone-Messenger kann der Anlage auch per vordefinierter Textnachricht mitgeteilt werden, dass bei Heimkehr des Nutzers bestimmte Playlists abgespielt werden sollen.
Die Fakten zur Ifa auf Seite 15

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