Illegales Filmportal : Viereinhalb Jahre Haft für Kino.to-Gründer

Ein Jahr nach der Sperrung des größten deutschen Webseite für illegale Filmdownloads ist das Urteil über den Gründer von kino.to gesprochen worden. Der 39-Jährige sagt, er bereue die Urheberrechtsverletzungen, an denen er Millionen verdiente.

Viereinhalb Jahre Haft für den kino.to-Gründer.
Viereinhalb Jahre Haft für den kino.to-Gründer.Foto: dpa

Ein Jahr nach der Sperrung von kino.to ist der Gründer und Chef des illegalen Filmportals zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 39-Jährige hatte sich vor dem Landgericht Leipzig zu den massenhaften Urheberrechtsverletzungen auf kino.to bekannt und erklärt, er bedaure sie außerordentlich.

Dieses Geständnis war Bestandteil eines sogenannten Deals, den die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Leipzig vorgeschlagen hatte. Im Gegenzug sicherte sie dem Angeklagten zu, dass seine Strafe zwischen viereinhalb Jahren und vier Jahren und zehn Monaten liegen wird. Sein beträchtliches Millionen-Vermögen, dass er über Werbeeinnahmen auf kino.to machte, wird „abgeschöpft“.

Über die Seite waren bis zu ihrer Sperrung durch die Behörden im Juni 2011 rund 135 000 raubkopierte Filme, Serien und Dokus im Internet erreichbar.

Wie lukrativ das Geschäft mit illegalen Downloads ist, demonstriert der selbsternannte Hacker-König Kim Schmitz:

Kim Schmitz, die große Nummer
Selbstinszenierung. Kim Schmitz mit einer Frau im Arm und Freunden im Pool auf seiner Jacht.Alle Bilder anzeigen
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24.01.2012 19:31Selbstinszenierung. Kim Schmitz mit einer Frau im Arm und Freunden im Pool auf seiner Jacht.

Der gelernte Fußbodenleger hatte über seinen Anwalt erklären lassen, er erkenne an, dass der Betrieb von Kino.to strafbar war. Fünf weitere Mitarbeiter sind bereits verurteilt worden.

Vermutlich wird der Kino.to-Drahtzieher seine Strafe im offenen Vollzug verbüßen dürfen. Die Wirtschaftsstrafkammer hat erklärt, dass sie dies befürworten würde. Der 39-Jährige sei besonders „haftempfindlich“, nachdem er schon seit Juni 2011 in Untersuchungshaft sitzt. Außerdem wertete sie sein vorgelesenes Geständnis als „von Reue getragen“. Mit der Verurteilung geht eine Serie von Prozessen gegen die Betreiber und Mitarbeiter des stillgelegten Portals zu Ende. (dpa)

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