Im Vergleich : Schnell, schneller, LTE

Der Datenturbo beschleunigt mobiles Surfen. Das iPhone 5 ist nicht das einzige Handy mit dieser Technik.

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Bis zu zehnmal zügiger werden die Daten mit der LTE-Technik auf das neue iPhone 5 übertragen, das am Freitag auch in Deutschland in den Handel kommt. Foto: rtr
Bis zu zehnmal zügiger werden die Daten mit der LTE-Technik auf das neue iPhone 5 übertragen, das am Freitag auch in Deutschland...Foto: REUTERS

Wenn an diesem Freitag das neue iPhone 5 in den Handel kommt, werden sich in Berlin lange Schlangen vor den Gravis-Stores am Ernst-Reuter-Platz, in der Steglitzer Schlossstraße und der Kulturbrauerei bilden. Einen Mitternachtsverkauf wie bei den ersten iPhones gibt es diesmal nicht, die Geschäfte öffnen zu den gewohnten Zeiten. Doch das Interesse ist enorm. Gravis-Chef Archibald Horlitz rechnet damit, dass die Nachfrage das Angebot um den Faktor fünf übersteigt.

Apples neues Smartphone-Flaggschiff ist dünner, leichter und leistungsstärker als der Vorgänger – und es kommt mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE zurecht. Das iPhone ist allerdings nicht das einzige Smartphone, das den schnellen Mobilfunkstandard unterstützt. Dennoch ist die Unterstützung dieses Standards ein wichtiges Signal. Denn Apple bietet eine neue Technik zumeist erst dann an, wenn sie massenmarkttauglich ist.

Mit dem neuen Standard – LTE steht für Long Term Evolution – können die Daten bis zu zehn Mal schneller ausgetauscht werden als bislang. Die LTE-Technik nutzt weltweit rund fünfzig unterschiedliche Frequenzen, allein in Deutschland sind es vier verschiedene Frequenzbänder. Davon unterstützt das iPhone 5 nur das 1,8-Gigahertz-Band, das zurzeit allein die Deutsche Telekom für LTE nutzt.

Vodafone und O2 vermarkten das iPhone 5 zwar ebenfalls, doch nur die Telekom-Kunden kommen in den Genuss des besonders schnellen Netzes, das bis Jahresende die 100 größten deutschen Städte umfassen soll. Neben dem Geschwindigkeitsvorteil von LTE, der sich besonders beim häufigen Abruf von Videos und anderen datenintensiven Diensten bemerkbar macht, hat LTE den Vorteil, dass dieser Dienst nicht so überlastet ist wie UMTS.

Das iPhone 5 ist um 20 Prozent dünner und leichter als das Vorgängersmartphone. Zugleich ist der Nachfolger des iPhone 4S einen Zentimeter länger. Das nun vier Zoll große Display kommt besonders Spielen und Filmen zugute. Für genügend Power sorgt ein Prozessor mit der Bezeichnung A6, der doppelt so schnell rechnet wie der Vorgänger. Weniger gut kommt bei vielen iPhone-Fans das neue schmalere Steckersystem namens Lightning an. Um altes Zubehör zu verwenden, wird ein Adapter benötigt.

Ohne Vertrag kostet das iPhone 5 zwischen 679 Euro (16 Gigabyte) und 899 Euro (64 Gigabyte Speicher). Bei der Telekom muss für das 64-Gigabyte-iPhone mit dem Vertrag „Complete Mobil S“ (monatlich rund 40 Euro) 550 Euro gezahlt werden. Bei Vodafone kostet es 350 Euro mit dem Vertrag „SuperFlat Internet Plus“ für monatlich 60 Euro. O2 arbeitet mit Staffeltarifen und einer Anzahlung für das iPhone 5. Im umfangreichsten Tarif „O2 Blue L“ werden im zweiten Jahr monatlich 80 Euro fällig.

Doch um mit LTE-Tempo mobil zu surfen, muss es nicht unbedingt ein iPhone sein. Bereits seit einiger Zeit verfügbar ist das HTC One XL. Dieses Smartphone gibt es bei Telekom, Vodafone und O2. Das Android-Smartphone mit dem 4,7 Zoll großen Display verfügt über einen Dual-Core-Prozessor und eine 8-Megapixel-Kamera und kostet mit 32 Gigabyte Speicher ohne Vertrag um die 470 Euro. Eine weitere LTE-Alternative ist das Samsung Galaxy S3 LTE. Bislang war das Samsung-Flaggschiff in Deutschland nur ohne LTE verfügbar, von Oktober an wird es bei der Telekom und Vodafone aber auch mit dem schnellen Mobilfunkstandard angeboten. Die LTE-Version des Galaxy S2 ist bereits seit Mai in Deutschland auf dem Markt. In den nächsten Wochen und Monaten wird eine Reihe von Smartphones mit LTE auf den Markt kommen. Dazu gehört im Herbst das Sony Xperia V mit einer 13-Megapixel-Kamera für unter 600 Euro. Mit dem Lumia 920 hat Nokia ein Windows-Phone-8-Handy mit LTE angekündigt. Preis und Verfügbarkeit stehen noch nicht fest, allerdings loben Experten das lichtstarke Display, das sogar mit Handschuhen bedient werden kann.

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