In der Update-Falle : Nicht auf alles tippen, was blinkt

Für Smartphones und Tablet-PCs gibt es noch mehr Aktualisierungen als für den PC. Die meisten Updates sind sinnvoll. In einigen Fällen sollte jedoch Nein gesagt werden.

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Erst aktualisieren, dann hören. Mitunter mehrmals wöchentlich nerven Update-Hinweise die Benutzer von Smartphones und Tablets. Viele Neuerungen sind sinnvoll, mitunter – beispielsweise auf Reisen im Ausland – gibt es gute Gründe, nein zu sagen. Foto: pa/dpa
Erst aktualisieren, dann hören. Mitunter mehrmals wöchentlich nerven Update-Hinweise die Benutzer von Smartphones und Tablets....Foto: picture alliance / dpa Themendie

„Updates verfügbar“ – Besitzer von Smartphones oder Tablet-PCs sehen solche Hinweise öfter, als ihnen lieb ist. Mitunter mehrmals wöchentlich wird im Benachrichtigungsbereich eines Android-Gerätes auf neue Versionen beispielsweise von Google Maps oder der Kindle-App von Amazon hingewiesen. Bei den iPhones und iPads von Apple sieht es nicht besser aus. Entweder gibt es eine neue Software für die Geräte selbst oder die Apps machen sich mit Aktualisierungen bemerkbar. Die Frage ist: Muss man wirklich jede Neuerung mitnehmen? Und mit welchen Folgen müssen Update-Verweigerer rechnen?

Für Archibald Horlitz, den Gründer und Vorstand der auf Apple-Produkte spezialisierten Handelskette Gravis, sind Updates ein wichtiger Teil der Markenpflege. „Bei Apple gibt es Updates für Geräte, die zwei oder mitunter sogar drei Jahre zurückreichen“, hebt er hervor.

Grundsätzlich wird bei Updates in zwei Kategorien unterschieden. Firmware-Updates halten das Smartphone oder das Tablet-PC selbst auf dem neuesten Stand. Diese Updates beheben Sicherheitsfehler oder zentrale Probleme in der Steuerung, was bei Apple laut Horlitz jedoch eher selten nötig ist. Viel wichtiger ist, dass die Firmware-Updates den Umgang mit neuen Peripheriegeräten wie Bluetooth-Headsets ermöglichen. Ein weiterer Grund für Updates sind Anpassungen an der Modem-Firmware. Diese sind nötig, um die Ressourcen der Mobilfunknetze effektiver zu nutzen. „Man sollte darum jedes Geräte-Update mitmachen“, rät Archibald Horlitz, „sonst entgehen einem Funktionalitäten und sicherheitsrelevante Neuerungen“.

Der Umgang mit den Updates ist bei Apple mit iOS 5, der aktuellen Version des Apple-Betriebssystems für Mobilgeräte, erheblich vereinfacht worden. Zuvor musste ein iPhone oder iPad zur Aktualisierung mit einem Computer verbunden werden, auf dem das Apple-Programm iTunes installiert ist. Mit der neuen iOS-Version kann das Update auch „Over the Air“ erfolgen, also direkt über die Internetfunktion des Smartphones oder Tablet-PCs. Wichtig ist, dass der Akku mindestens zur Hälfte aufgeladen ist, damit das Update nicht misslingt. Aber auch die Datensicherung, die vor einem Update unbedingt erfolgen sollte, kann mit iOS 5 nun über die Wifi-Schnittstelle drahtlos erfolgen. In den anderen iOS-Varianten werden die Daten von iTunes beim Anschluss des Gerätes an den Computer während der Synchronisierung als Backup gespeichert. Ob neue Updates anstehen, erfährt der Besitzer bei Apple ab iOS 5 direkt am Gerät oder bei älteren Modellen, wenn sie mit dem PC gekoppelt werden. Bei jedem Start von iTunes wird geprüft, ob es eine neue Firmware-Version gibt.

Grundsätzlich hält Horlitz nichts davon, Updates auszulassen. Aber es kann sinnvoll sein, die Aktualisierung erst etwas später durchzuführen. Gerade Firmware-Updates sind mitunter mehrere hundert Megabyte groß. Im Urlaub kann es durchaus passieren, dass keine schnelle Internetverbindung zur Verfügung steht. Zudem können im Ausland hohe Roaming-Kosten anfallen.

Hat man das Gefühl, das iPhone oder iPad wird immer langsamer, ist nicht immer ein Update nötig. Mitunter hilft bereits ein Neustart des Geräts. Dabei wird der Zwischenspeicher geleert, zudem finden eine Reihe wichtiger interner Überprüfungen statt. „Alle zwei bis drei Wochen ist ein solcher Neustart ratsam“, sagt Gravis-Vorstand Archibald Horlitz.

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