Internet-Handys : Clever beim Smartphone-Kauf

Gebrauchte Internethandys sind eine gute Alternative – solange sie nicht zu alt sind.

von und Christian Helten
„Irgendwann gibt’s einen Schnitt.“ Das erste iPhone ist gebraucht günstig zu haben. Aber die jüngsten Apple-Updates funktionieren darauf nicht mehr. Foto: pa/dpa
„Irgendwann gibt’s einen Schnitt.“ Das erste iPhone ist gebraucht günstig zu haben. Aber die jüngsten Apple-Updates funktionieren...Foto: picture-alliance/ dpa

Jeder fünfte Handynutzer besitzt bereits ein Smartphone, das hat am Donnerstag der IT-Branchenverband Bitkom bekannt gegeben. Die Telefon-Alleskönner sind nichts Neues mehr, auch günstige Gebrauchtgeräte findet man längst auf Ebay oder in Second-Hand-Läden. Man sollte aber genau wissen, was für ein Gerät man sucht und vor allem, wie hoch dessen Neupreis ist. Lisa Brack, Leiterin des Handy-Bereichs bei der Zeitschrift „Chip“, hat sich vor kurzem in Handyläden nach gebrauchten Smartphones umgesehen. „In vielen waren die Preise utopisch“, sagt sie.

Und nicht jedes gebrauchte Telefon funktioniert mit der SIM-Karte des neuen Besitzers. SIM-Lock nennt sich diese Bindung des Telefons an einen Anbieter, und sie lässt sich erst nach einer Frist abschalten, meist nach 24 Monaten, wenn der alte Vertrag abgelaufen ist. Es gibt zwar Wege, das Telefon auch vorher zu entsperren – nur keine legalen.

Smartphone-Hersteller bieten regelmäßig Software-Updates an. Das birgt Risiken beim Gebrauchtkauf: Ein iPhone der ersten Generation beispielsweise kann mit den aktuellen Updates nichts anfangen. Das kann auch mit neueren iPhones passieren. „Irgendwann wird es so einen Schnitt geben, spätestens, wenn das iPhone 5 herauskommt“, sagt Michael Peuckert, Smartphone-Spezialist des Technik-Magazins „Connect“. Bei anderen Herstellern gibt es ähnliche Probleme: Nokia nutzt unterschiedliche Gerätesoftware für seine Modelle, „und so ein Gerätezyklus ist irgendwann durch“, so Peuckert. Gegen gebrauchte Smartphones spricht also erst mal nichts, nur sollte das Modell nicht zu alt sein, wenn man es intensiv und lange benutzen möchte.

Dafür gibt es weitere Gründe: Geräte, die älter sind als zwei Jahre, sind häufiger „gebrandet“, haben also eine vom Anbieter gestaltete Benutzeroberfläche mit zum Teil etwas anderen Funktionen. Problematisch wird das vor allem, wenn der Netzzugang vom alten Anbieter auf dem Telefon festgeschrieben ist und mit einer anderen SIM-Karte nicht funktioniert. Ein Branding kann zwar entfernt werden, das sei aber nichts für Laien, sagt Michael Peuckert von „Connect“. Er empfiehlt: „Lieber etwas mehr investieren und ein ungebrandetes Gerät kaufen.“

Da Adressen und E-Mails häufig über Kabel mit dem PC synchronisiert werden, sollte man den Preis dafür berücksichtigen. Vor allem gilt das für Telefone von Samsung, LG und Sony-Ericsson, die älter als zwei Jahre sind. Deren Anschlüsse sind mit den Mini-USB-Kabeln, wie sie bei den meisten Smartphones oder Digitalkameras gängig sind, nicht kompatibel.

Dagegen sind die Akkus kein Grund, der automatisch gegen den Kauf eines gebrauchten Smartphones spricht – außer vielleicht beim iPhone, dessen Akku nicht vom Besitzer selbst ausgetauscht werden kann. Nur Fachwerkstätten verfügen über das nötige Werkzeug. Da aber bauartbedingt selbst bei den Lithium-Ionen-Akkus nach drei Jahren die Alterung spürbar wird, entstehen vor allem beim Kauf eines iPhones weitere Kosten. Mit denen muss man zwar auch bei den Smartphones anderer Hersteller rechnen, aber längst nicht in diesem Ausmaß. Wichtig ist, dass nur Originalakkus eingesetzt werden. Sie sind qualitativ höherwertig, zudem besteht bei ihnen nicht die Gefahr der Überhitzung. Bei Preisen zwischen zehn und 30 Euro für Originalakkus lohnt es sich nicht, Risiken einzugehen.

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