Internet : Musik ohne Limits

Viele Musikkonzerne verstehen das Internet inzwischen als Medium, um einzelne Titel als Werbung für das neueste Album oder die nächste Tournee zu streuen. Legal und kostenlos: Newcomer, Independents und ganze Konzerte.

Maximilian von Demandowsky
Platten Foto: dpa
Von der Platte auf den iPod. -Foto: dpa

Große Fernseher und kleine Musikplayer, die Ifa in den Messehallen unter dem Funkturm ist voll davon. Doch was nutzen der neueste MP3-Player von Sandisk oder ein iPod Touch ohne das richtige Futter? Gerade die jungen Musikliebhaber haben häufig nicht das Geld, ständig neue Songs aus den Onlineshops zu kaufen. Doch auch für sie gibt es die richtigen Portale. Im Netz finden sich nicht nur unbekannte Künstler, die ihre Musik kostenlos unters Volk bringen wollen.

DER FREUNDLICHE „TONSPION“

Neue Stücke von bekannten und weniger bekannten Interpreten gibts beim MP3-Magazin „Tonspion“ (www.tonspion.de). Die Plattform sucht nach frei verfügbaren MP3-Dateien und stellt diese auf ihrer Webseite vor. Udo Schaaf, Geschäftsführer von Tonspion: „Wir durchforsten das gesamte Internet nach Download-Angeboten von Musiktiteln, schauen, was legal und kostenlos ist, und bieten einen Link zum Künstler oder zur Plattenfirma.“ Mehr als 10 000 Musiktitel von Electronic über Modern-Pop bis hin zu Klassik sind abrufbar. Hörercharts verweisen auf die meistgehörten Titel. Der Nutzer kann sich die Songtitel anhören, auf CD brennen oder auf einen MP3-Player überspielen.

MUSIK AUS DER GARAGE

Unter dem Motto „entdecke unabhängige Musik“ lädt die englischsprachige Webseite „Garageband“ (www.garageband.com) zum Stöbern ein. Hier laden freie Künstler ihre Musik auf den Server. Der Nutzer gibt sein favorisiertes Musikgenre ein, wählt den Titel aus und kann die Stücke anhören. Zum Speichern klickt er auf den Button „Download MP3“. Wer die Künstler finanziell unterstützen will, kann die CDs kaufen oder einen Betrag spenden. Praktisch: Garageband bietet auf der Webseite gleich einen Musik-Player, der sich nach der Songauswahl öffnet. Eine Chartlist informiert zudem über die beliebtesten Titel.

JUNG UND UNABHÄNGIG

Wer sich tiefer ins Dickicht der Independent-Bands wagen will, sollte sich das Musikportal „Elixic“ (www.elixic.de) genauer ansehen. Über 26 000 Titel von mehr als 6000 Bands sämtlicher Genres stehen hier zum Abruf bereit. Unter der Rubrik „music download“ gelangt der Nutzer über den „Indi“-Button auf die Seite der Musiker und Newcomer mit ihrem kostenlosen Klangmaterial abseits des Mainstreams. Praktisch: Lädt man den Song herunter und kopiert ihn zu einem Musik-Archiv, erscheinen Künstlername und Titel automatisch in der Playlist. Die Nutzung von MP3-Titeln ist nur für den privaten Gebrauch gestattet.

EIN ARCHIV FÜR KONZERTMITSCHNITTE

Beim Portal „Archive“ (www.archive.org) warten insgesamt rund 52 000 Konzertmitschnitte von knapp 3000 Bands auf ihre Fans. Die Chicagoer Rocker „The Smashing Pumpkins“ finden sich im „Live Music Archive“ genauso wie „Maroon5“ aus Los Angeles. Per Titel- oder Bandname kann man seine Band suchen, anhören und speichern. Man erhält Infos über Ort und Zeitpunkt der Konzerte. Wer schon immer mal wissen wollte, welche Songs die US-Band „Grateful Dead“ am sechsten Mai 1981 live im New Yorker Nassau-Coliseum spielten, erhält eine Songliste und kann die Titel anhören oder als MP3 speichern. Alle Stücke sind frei für eine nichtkommerzielle Nutzung.

VERÄNDERN ERLAUBT

Unter dem Motto „mach die Ohren auf“ stehen auf der Plattform „Jamendo“ (www.jamendo.com/de) rund 11 000 Alben von knapp 6300 Interpreten zum Abruf bereit. Die Veröffentlichung der Musik erfolgt hier unter der sogenannten „Creative-Commons-Lizenz“. Dabei räumen die Künstler den Nutzern bestimmte Rechte ein, mit denen die Titel zum Teil verändert werden dürfen. Möchte man einen einzelnen Song herunterladen, erfolgt der Download per MP3-Datei. Ein komplettes Album gibt’s komprimiert im ZIP-Format. Nach dem Entpacken können die Musiktitel in den gewünschten Audio-Player importiert werden (z.B. Media Player, Winamp).

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