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iOS 7 - das neue Mobilsystem von Apple : Schluss mit Holz und Leder

Zwei Tage, bevor Apple mit dem Verkauf seiner beiden iPhones 5C und 5S beginnt, wird am Mittwoch iOS 7 veröffentlicht. Das neue Betriebssystem ist die eigentliche Revolution. So wird das Update vorbereitet.

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Klarer, nüchterner und ohne Holz- und Leder-Imitate. Mit dem neuen Betriebssystem iOS 7 erklärt Apple den Übergang von der analogen zur digitalen Welt für beendet.
Klarer, nüchterner und ohne Holz- und Leder-Imitate. Mit dem neuen Betriebssystem iOS 7 erklärt Apple den Übergang von der...Foto: Promo

Das iPhone war nicht das erste Handy mit Internet-Zugang, aber wenn heute von Smartphones geredet wird, gilt das iPhone als der eigentliche Wegbereiter dieser neuen Gerätegattung. Zwei Dinge haben zum Erfolg der Smartphones beigetragen: Um die smarten Telefone mit ihren berührungsempfindlichen Bildschirmen zu bedienen, wird nicht mehr benötigt als der eigene Finger. Die Funktionen und Aufgaben der Apps werden dabei durch Icons symbolisiert, die an die Tätigkeiten in der realen Welt erinnern. Bücher werden in Apples Bibliothek in einem hölzernen Regal gesammelt, die Seiten in Apples Textverarbeitung Pages liegen auf einer braunen Schreibtischunterlage aus Leder, und Notizen werden auf liniertem gelben Papier aufgeschrieben. Kurzum: Selbst Menschen, die zuvor noch nie ein Smartphone in Händen gehalten haben, kommen durch die aus der analogen Welt stammenden Symbole und Entsprechungen auf Anhieb in der neuen digitalen Welt zurecht.

Über sechs Versionen wurde das Betriebssystem für iPhones, iPads und iPod touchs immer weiter verändert, ohne an diesen Analogien zu rühren. Gut sechs Jahre, nachdem Apple das erste iPhone auf den Markt gebracht hat, , erklärt Chefdesigner Jony Ive nun den Übergang von der analogen zur digitalen Welt für abgeschlossen. Mit dem neuen Betriebssystem iOS 7, das von diesem Mittwoch an kostenlos als Update bezogen werden kann, zieht eine nüchternere Bildsprache auf die Digitaldisplays. Der Kompass aus Columbus’ Zeiten muss weichen, das neue Navigationswerkzeug passt nahtlos zu jedem Learjet. Die Häkchen in der App für die anstehenden Aufgaben werden nun durch bunte Punkte dargestellt. Auch die Kompassrose im Symbol des Safari-Browsers wurde gestrichen, nur die magnetische Nadel erinnert noch vage daran.

Mit iOS 7 hat der Nutzer das Gefühl, ein neues Handy in Händen zu halten

Das neue Betriebssystem ist eine echte Revolution, nicht nur optisch. Apple hat das System an diversen Stellen umgebaut. Fast könnte man das Gefühl bekommen , ein neues Smartphone in Händen zu halten.

Die wohl einschneidendste Neuerung ist das Control Center, das mit einer Wischbewegung im unteren Bildschirmbereich erscheint. Besitzer von Android-Smartphones sind damit schon länger vertraut. Die zentralen Funktionen des Handys wie Flugmodus, Wifi, Bluetooth oder Bildschirmhelligkeit lassen sich hierüber einstellen. Darüber hinaus können mit iOS 7 von hier aus Apps wie die Taschenlampe, die Kamera oder der Taschenrechner gesteuert werden. Per Schnellzugriff lässt sich die Musikapp bedienen. Auch das Teilen von Objekten über die neue Funktion AirDrop ist direkt vom Control Center aus möglich.

Die Nachrichtenzentrale im oberen Bildschirmbereich mit Informationen über eingegangene Mails und bevorstehende Termin existiert weiterhin unabhängig vom Control Center. Neu ist, dass man nun auch vom Sperrbildschirm aus schnell auf diese Informationen zugreifen kann. Eine neue Funktion mit dem Namen Today fasst die wichtigsten Ereignisse des Tages wie Wetter, Verkehr, Termine und Veranstaltungen in der Nachrichtenzentrale zusammen.  

Das neue Apple-Mobilsystem iOS7 unterstützt nicht nur das iPhone, sondern genauso für iPad und iPad mini sowie für iPod touch.
Das neue Apple-Mobilsystem iOS7 unterstützt nicht nur das iPhone, sondern genauso für iPad und iPad mini sowie für iPod touch.Foto: Promo

Mehr Platz fürs Wesentliche, nach dieser Devise ist Chefdesigner Jony Ive verfahren

Mehr Platz für das Wesentliche, nach dieser Devise wurden auch viele Apps überarbeitet. In Safari wird nun im Vollbild gebrowst. Der sprachgesteuerte Assistent Siri durchsucht nun auch Twitter, Wikipedia und Bing. Und auch die Foto-App wurde runderneuert. Praktisch ist die Funktion Moments, mit der Bilder thematisch gruppiert werden können.

Um das neue iOS 7 zu installieren, wird ein iPhone ab Version 4, ein iPad ab Version 2, ein iPad mini oder ein iPod touch der 5. Generation benötigt. Wann genau das neue System am Mittwoch bereitgestellt wird, war auch bei Apple Deutschland nicht in Erfahrung zu bringen. Allerdings ist auch dieses Mal damit zu rechnen, dass die neue iOS-Version erst am frühen Abend bereitgestellt wird. Die Seite iphone-ticker.de rechnet mit der Veröffentlichung um 19 Uhr deutscher Zeit. Wegen des erwarteten Ansturms auf die Update-Server ist zudem Geduld gefragt. Experten rechnen zudem mit Engpässen in den Handy-Netzen.

Letzte Vorbereitungen für das iOS-Update

Ob das Update bereits für das eigene Apple-Gerät zur Verfügung steht, verrät ein Blick in die Einstellungen. Unter "Allgemein" befindet sich der Menüpunkt "Softwareaktualisierung". Hier wird angezeigt, ob es eine neue iOS-Version gibt. Für das iPhone gilt die aktuelle Version iOS 6.1.4., beim iPad die Version 6.1.3. amit das Update zu iOS 7 reibungslos funktionieren kann, sollte man einige Vorkehrungen treffen. Für den Fall der Fälle empfiehlt sich ein Backup von iPhone, iPad oder iPod touch. Das Backup kann einerseits über den Apple-Cloud-Dienst erstellt werden. Der Vorteil. Es ist dann auch unterwegs verfügbar. Zumeist schneller sind Backup und Wiederherstellung aber über iTunes und den eigenen Computer. Wird die Backup-Datei verschlüsselt, werden auch die Account-Passwörter gespeichert.

Gerade bei Apple-Geräten mit knappem Speicher kann es zudem nötig werden, Platz für das iOS-Update zu schaffen, indem Apps oder Inhalte temporär entfernt werden. Wer seine Apps via iTunes mit dem Computer synchronisiert, kann sie später ohne größeren Aufwand zurück auf das iPhone oder das iPad transportieren. Um das Update durchzuführen, sollte das Gerät entweder am Ladegerät hängen oder mindestens zu 60 Prozent aufgeladen sein. Kurt Sagatz

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